Energiebilanz

Milde Temperaturen: Primärenergieverbrauch sank im ersten Quartal

Die Kölner Arbeitsgemeinschaft für Energiebilanzen hat den Bericht über die Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in den ersten drei Monaten dieses Jahres vorgelegt: Durch die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Temperaturen sank der Verbrauch um 0,3 Prozent. Stromerzeugung aus Kernenergie wuchs hingegen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Köln (red) - Der Primärenergieverbrauch in Deutschland war nach ersten Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im ersten Quartal 2004 mit knapp 137 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten gegenüber dem Verbrauch im ersten Quartal 2003 um 0,3 Prozent niedriger. Ursache hierfür waren laut AG Energiebilanzen die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Temperaturen.

Der Mineralölverbrauch hat im ersten Quartal 2004 den Verbrauch im entsprechenden Vorjahresquartal um 1,1 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (2,6 Prozent) überschritten. In erster Linie hätten dazu der höhere Verbrauch von Chemiebenzin (8 Prozent) und Dieselkraftstoff (5 Prozent) beigetragen. Der Verbrauch von leichtem Heizöl stieg nur leicht über die Vorjahresmenge. Auch der Verbrauch von Flugkraftstoff nahm zu. Der Absatz der übrigen Produkte ging zurück.

Die wärmere Witterung wirkte sich insbesondere beim Erdgasverbrauch aus, dieser sank im ersten Quartal 2004 um 1,6 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (4,2 Prozent). Einen hohen Rückgang um 12 Prozent verzeichnete der im Vorjahresvergleich deutlich wärmere Februar trotz des Schalttages.

Der Verbrauch an Steinkohle war mit 18,2 Millionen Tonnen Steinkohle um 0,8 Millionen Tonnen Steinkohle oder 4,5 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Ursächlich für diese Entwicklung sei der Rückgang beim Einsatz in der Elektrizitätswirtschaft gewesen. Der Verbrauch in der Stahlindustrie erreichte das Vorjahresniveau.

Der Primärenergieverbrauch Braunkohle lag im ersten Quartal 2004 mit 14,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 2,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Vor allem die Lieferungen an die Kraftwerke der allgemeinen Versorgung erhöhten sich deutlich um 2,6 Prozent. Die Stromerzeugung aus Kernenergie wuchs im ersten Quartal 2004 um 5 Prozent. Diejenige aus Wasser- und Windkraftanlagen stieg beträchtlich.

Der Außenhandelssaldo beim Strom lag erheblich über dem Vorjahr. Dagegen bewegte sich der Verbrauch der sonstigen Energieträger temperaturbedingt unter dem Vorjahreswert.