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Mieterbund fordert mehr Transparenz von Ableseunternehmen

Dass die Strukturen auf dem Markt für Heiz- und Wasserkostenerfassung kunden- und wettbewerbsfeindlich sind, kommt für den Deutschen Mieterbund nicht überraschend. Verbandsdirektor Rips forderte Ista und Techem auf, die Karten auf den Tisch zu legen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der Deutsche Mieterbund kritisiert wettbewerbsfeindliche Strukturen auf dem Markt für Heiz- und Wasserkostenerfassung. Die Beschreibung einer kundenfeindlichen Marktstruktur komme für den Mieterbund nicht überraschend, sagte Verbandsdirektor Franz-Georg Rips am Freitag in Berlin. Er fügte hinzu: "Wer sich die Preise der Wärmemessdienstunternehmen, deren Produktentwicklung zu immer teureren Erfassungssystemen und die Abrechnungsverfahren selbst ansieht, hatte diesen Verdacht schon längst."

Er reagierte damit auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe). Demnach hat der Essener Verbrauchskostenableser Ista indirekt die wettbewerbsschädlichen Strukturen seiner Branche bestätigt. Der Konzern habe in einem vertraulichen Papier die oligopolistische Struktur des deutschen Marktes beschrieben, um bei Investoren mit dem schwachen Wettbewerb in der Branche für die Strom- und Wasserverbrauchserfassung zu werben.

Das Papier ist laut dem Bericht für Kaufinteressenten erstellt worden. Es erkläre zudem die enormen Preise, die Finanzinvestoren mittlerweile für die Ablesefirmen bezahlen. Unternehmen wie Techem oder Ista rechnen in Miethäusern Heizkosten ab und erstellen die Rechnungen.

Gemeinsam mit seinem Konkurrenten Techem aus Eschborn bei Frankfurt am Main beherrscht Ista dem Blatt zufolge mehr als die Hälfte des deutschen Marktes. Ein Wettbewerb sei damit laut Verbraucherschützern kaum möglich.

Der Direktor des Mieterbundes forderte Ista und andere Wärmemessdienstunternehmen auf, die Fakten auf den Tisch zu legen, für Transparenz zu sorgen und gegebenenfalls die Preise zu reduzieren. Die Vermieter hätten eine Schlüsselposition. Sie müssten mit den Unternehmen neu verhandeln und Alternativangebote einholen, forderte Rips. Daneben müsse jetzt unter allen rechtlichen Gesichtspunkten - auch kartellrechtlichen - geprüft werden, ob die vorhandenen Strukturen geändert werden könnten. Auch der Gesetzgeber müsse prüfen, wie er das systemimmanente Problem bei den Abrechnungskosten lösen will.