Zweite Miete

Mieterbund erwartet Rückzahlungen bei den Nebenkosten

Bei vielen Haushalten könnte in den nächsten Tagen die Betriebskosten-Abrechnung im Briefkasten liegen. Laut dem Mieterbund besteht aber in diesem Jahr für viele kein Grund zur Beunruhigung: Mieter könnten aufgrund der milden Temperaturen mit Rückzahlungen rechnen.

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Berlin (dpa/red) - Die Heizung lief lang, die Dusche auch, dann wird auch noch der Gärtner teurer. Die Betriebskosten-Abrechnung hält oft böse Überraschungen bereit. In diesem Jahr aber können viele Mieter mit Rückzahlungen rechnen. Nach Einschätzung des Mieterbunds ist die "zweite Miete" zurückgegangen. Für die vielerorts steigenden Gesamtmieten kann sie nicht mehr als Begründung herhalten.

Woher stammt die Bezeichnung "zweite Miete"?

Die Nebenkosten fallen zusätzlich zur regulären monatlichen Kaltmiete an. Mieter zahlen "warme Betriebskosten" etwa für Heizung und Warmwasser und "kalte Betriebskosten" unter anderem für Abwasser, Grundsteuer, Müllbeseitigung, Versicherungen oder Gartenpflege. Diese Kosten machen inzwischen einen beträchtlichen Teil der Wohnkosten aus, im Schnitt etwa ein Viertel. Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung können sich die Nebenkosten auf mehr als 3.100 Euro im Jahr summieren. Deshalb wird häufig von "zweiter Miete" gesprochen.

Dürfen Vermieter alle anfallenden Kosten auf den Mieter umlegen?

Nein. Was der Mieter mittragen muss, ist gesetzlich geregelt - unter anderem in der Betriebskostenverordnung. Nicht dazu gehören zum Beispiel Kosten für die Verwaltung des Gebäudes und für Reparaturen oder Instandhaltung. Streit über Betriebskostenabrechnungen beschäftigt Gerichte immer wieder. Der Mieterbund warnt: Jede zweite von jährlich Hunderttausenden überprüften Abrechnung sei falsch, unplausibel oder unvollständig.

Mieterbund rechnet mit gesunkenen Betriebskosten

Nach der neusten Auswertung des Deutschen Mieterbunds mussten Mieter zuletzt im Schnitt 2,19 Euro pro Quadratmeter und Monat zahlen. Maximal wurden für das Abrechnungsjahr 2013 3,26 Euro fällig. Die Werte sind so unterschiedlich, da es lange nicht in allen Häusern Aufzüge, gemeinsames Kabelfernsehen, einen Gärtner, Schwimmbad oder Sauna gibt, für die Kosten umgelegt werden können. Wer in diesen Wochen Post mit der Abrechnung für 2014 bekommt, wird sich wahrscheinlich freuen können: Der Mieterbund rechnet damit, dass die Betriebskosten sinken und viele Mieter Rückzahlungen bekommen. Das liegt vor allem daran, dass der Winter 2014 recht mild war.

Was hat das Wetter mit den Nebenkosten zu tun?

Fast 70 Prozent der Nebenkosten gehen für Heizung und warmes Wasser drauf. Damit wird das Wetter zum entscheidenden Faktor. Der vergangene Winter war vergleichsweise warm, viele konnten die Heizung spät an- und früh ausschalten. Außerdem sind die Energiepreise zuletzt nach Jahren der Höhenflüge wieder gesunken - auch das sorgt für eine Entlastung. Doch das kann sich durch internationale Krisen und einen kalten Winter auch schnell wieder ändern.

Mietpreis- oder Nebenkosten-Bremse?

Die Wohnungswirtschaft sieht in den Betriebskosten den Hauptgrund für die steigende Mietbelastung. Immer wieder wurde daher eine Begrenzung der Nebenkosten gefordert. Der Mieterbund hält das für keine gute Lösung. In Wahrheit seien die Nebenkosten stabil, die Mietbelastung steige durch höhere Kaltmieten, sagt Ropertz.

Die Bundesländer können seit Juni eine Mietpreisbremse einführen. Damit werden die Mieten bei Neuvermietung auf zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete beschränkt. Ein zweites Mietrechtspaket soll im Herbst vorgelegt werden, wie der SPD-Abgeordnete Dirk Wiese der «Saarbrücker Zeitung» verriet. Damit solle etwa die Erstellung von Mietspiegeln reformiert und die Modernisierungsumlage zugunsten der Mieter gesenkt werden.

Quelle: DPA