Studie

Mieter sind mit Nebenkosten-Verwaltung unzufrieden

Bei den Nebenkosten zweifeln viele Mieter am Engagement ihrer Hauseigentümer, so eine aktuelle Studie. Mieter sehen demnach Sparpotenzial beim Strom, beim Heizen und etwa bei der Abfallentsorgung. Immobilienexperte Prof. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt sieht Einsparmöglichkeiten bei allen Positionen.

Heizung© L osiris59 / Fotolia.com

Hamburg (red) – Mehr als drei Viertel der deutschen Mieter (77 Prozent) werfen ihrem Hauseigentümer Untätigkeit beim Management der Nebenkosten vor. Um die Senkung der sogenannten zweiten Miete kümmere sich der Vermieter zu wenig. Dabei stellen die Nebenkosten für immer mehr Menschen eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der TAG Immobilien AG gemeinsam mit der TU Darmstadt.

Einsparpotenzial bei Strom, Heizung und Wasser

Die größten Einsparmöglichkeiten sehen die Befragten bei Posten wie Strom (71 Prozent), Heizung (66 Prozent) und Wasser (62 Prozent). Dahinter folgen Bereiche wie Abfallentsorgung (46 Prozent) und Hausmeisterdienste (40 Prozent). "In allen Einzelpositionen der zweiten Miete schlummert ein enormes Sparpotenzial", sagt Immobilienexperte Prof. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt. "Das lässt sich aber nur heben, wenn Hauseigentümer und Mieter an einem Strang ziehen und sich gemeinsam aktiv um die Senkung der Nebenkosten kümmern."

Heizkosten wurden gesenkt

Wie viel Sparpotenzial in den Nebenkosten liegt, zeigt ein Beispiel aus Salzgitter. In seinen rund 9.200 Wohnungen praktiziert die TAG Immobilien seit 2011 das Nebenkostenmanagement. Dort habe man die Bereiche Energiekosten, Abfallentsorgung, Kabelfernsehen, Internet und Hausmeisterdienste für die mehr als 15.000 Mieter optimiert, sagt Claudia Hoyer, Vorstand der TAG. So wurde etwa die Energieversorgung neu ausgeschrieben. Auch wird umweltfreundlicher Ökostrom über Blockheizkraftwerke an die Haushalte geliefert. "Dadurch spart jeder Mieter jährlich bis zu 275 Euro allein an Heizkosten", erklärt Hoyer.

Umstrukturierung bei der Müllentsorgung

Zudem seien die Kosten für die Müllentsorgung durch den Wechsel des Dienstleisters und durch die Betreuung der Abfallstandplätze für Hausmüll, Sperrmüll und Altpapier halbiert worden. Ein neues Konzept mit Müllschleusen sowie eine technisch exakte Fernablesung für Strom/Gas/Wasser hätten weitere Kosten eingespart. Insgesamt konnten so die Nebenkosten für betreffende Mieter in der niedersächsischen Stadt um bis zu 340 Euro oder 20 Prozent der Gesamtmiete pro Wohnung pro Jahr senken, so der Immobilienkonzern.

Experte: Nachhaltige Lösungen finden

"Entscheidend ist, dass Hauseigentümer nachhaltige Lösungen suchen und finden", sagt Immobilienexperte Schiereck. Das fördere nicht nur die Qualität und Attraktivität der Wohnungen, sondern auch die Reduzierung der zweiten Miete und schließlich den Abbau des Leerstandes.