Moderne Technik

Mieter müssen Funkablesung ihrer Verbrauchswerte dulden

Die Verbrauchswerte für Heizung und Wasser per Funkübertragung ablesen zu lassen ist rechtens. Dies entschied jetzt das Landgericht Heidelberg. Eine Mieterin hatte gegen die neue Technik geklagt und als Grund die mögliche Strahlenbelastung angegeben.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Die Vorteile liegen eigentlich klar auf der Hand: kein umständliches Ablesen mehr direkt vor Ort, kein Betreten fremder Wohnungen. Mittels einer neuen Übertragungstechnik kann der Energieverbrauch von Wasser- und Heizungsanlagen inzwischen auch von außen abgelesen werden, mit Hilfe von Funkwellen. Doch nicht allen Mietern ist dieses neue System recht.

Mieterin klagte wegen schädlicher Strahlung

Nach der Klage einer Mieterin entschied das Landgericht Heidelberg jetzt zugunsten der Vermieter, diese dürfen das Erfassungs- und Ablesesystem für die Heiz- und Wasserversorgung in ihren Häusern auf ein Funksystem umstellen auch gegen den Willen ihrer Mieter. Eingereicht worden war die Klage von einer Frau, die die Installation einer solchen Anlage wegen möglicher schädlicher Strahlung verhindern wollte. Der Hinweis auf die Gefahren der Funktechnik reichte dem Gericht jedoch nicht aus, so sei im Mietvertrag nicht vereinbart worden, dass die Mietwohnung frei von Funkquellen sein müsse.

Einbau auch erlaubt wenn alte Anlagen noch funktionstüchtig sind

Darüber hinaus sei auch ein erhöhtes Gesundheitsrisiko nicht erkennbar, da Mikro- und Radiowellen alltäglich seien, somit reiche der Hinweise auf eine möglicherweise erhöhte Strahlenbelastung durch das Ableseverfahren nicht als Begründung aus, so die Richter. Der Einbau solcher Geräte sei deshalb zulässig, auch wenn die bisher genutzten, funklosen Geräte zur Ermittlung des Wasser- und Wärmeverbrauchs noch funktionierten.