Klare Rahmenbedingungen gefordert

Mibrag wenig optimistisch: Zukunft der Braunkohle ungewiss

Die Pläne, die die Bundesregierung für die Zukunft der Braunkohle vorsieht, würden das Aus für diesen regionalen Brennstoff in weniger als 40 Jahren bedeuten. Die Braunkohlegesellschaft Mitteldeutschland (Mibrag) zeigt sich gegenüber der Politik skeptisch und kritisiert dessen Intransparenz.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Linden (red) - Trotz einer derzeit guten Geschäftslage blickt die Mibrag wenig optimistisch in die Zukunft. Die Rahmenbedingungen der Politik seien nicht stabil und nur schwer vorhersehbar, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Joachim Geisler, bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2010. Und für das Jahr 2050 sähen Pläne der Bundesregierung kaum noch eine Stromerzeugung aus Braunkohle vor.

Pläne der Bundesregierung realistisch?

Geisler zeigte sich skeptisch, dass diese Vision so Wirklichkeit werde. Zum einen prognostizierten die Pläne eine nicht geringe Deckungslücke trotz eines sinkenden Stromverbrauchs, die über Importe gedeckt werden müsste. Da würden Länder ins Spiel gebracht, die noch gar nicht gefragt worden seien, sagte Geisler. Zum anderen habe die Bundesregierung ihr Interesse an Elektromobilität in den vergangenen Monaten immer wieder bekräftigt. Und der dafür notwendige Strom müsse irgendwie produziert werden, sagte Geisler.

Noch steht Braunkohle gut da

Im Geschäftsjahr 2010 hatte die Mibrag nach eigenen Angaben gut verdient. Bei einem gleich bleibenden Umsatz von 387,1 Millionen Euro sei das Jahresergebnis vor Steuern und Zinsen um 18 Prozent auf 66,3 Millionen Euro gestiegen, sagte Geisler. Grund sei vor allem der gestiegene Kohlepreis gewesen. Zugleich blieben die Kosten für die CO2-Zertifikate hinter den ursprünglichen Annahmen deutlich zurück. Die Mibrag habe für die Zertifikate 21 Millionen Euro ausgeben müssen, sagte Geisler. Das sei spürbar weniger als in den Vorjahren.