Leichtes Minus

Mibrag trotz Einbußen bei Umsatz und Kohleförderung optimistisch

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (Mibrag) hat im vergangenen Jahr Einbußen bei Kohleförderung und Umsatz hinnehmen müssen. So wurden insgesamt mit 18,6 Millionen Tonnen Rohbraunkohle 5,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor gefördert, auch der Kohleabsatz sank um 6,3 Prozent.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsa/sm) - Der Gesamtumsatz des nach eigenen Angaben drittgrößten deutschen Braunkohleproduzenten lag bei 291,1 Millionen Euro und verringerte sich damit im Vergleich zu 2004 um 0,9 Prozent, wie der Kaufmännische Geschäftsführer der Mibrag, Heiner Krieg, heute in Leipzig sagte.

Im vergangenen Jahr förderte das Unternehmen laut Krieg 18,6 Millionen Tonnen Rohbraunkohle - 5,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch der Kohleabsatz sei um 6,3 Prozent gesunken. Als Gründe führte der Geschäftsführer Arbeiten und damit Stillstandszeiten in den Kraftwerken Lippendorf und Schkopau an, die von der Mibrag mit großen Mengen beliefert werden. Zudem sei mit den Stadtwerken Chemnitz ein wichtiger Kunde weggebrochen, zugleich aber mit der Südzucker Bioethanol GmbH in Zeitz ein neuer hinzugewonnen worden.

Trotz der Rückgänge schätzte der Vorsitzende der Mibrag-Geschäftsführung, Bruce P. De Marcus, das abgelaufene Geschäftsjahr als "stabil und erfolgreich" ein. So sei der Jahresüberschuss im Vergleich zu 2004 um 3,7 Prozent auf 33,8 Millionen Euro angewachsen. Außerdem habe sich das Unternehmen mit Investitionen von 69,8 Millionen Euro, die mit 8,8 Millionen Euro über der Vorjahressumme liegen, ein Stück Zukunft gesichert. Für dieses Jahr ist De Marcus zuversichtlich, bei der Fördermenge wieder die 20-Millionen-Tonnen-Marke zu erreichen.

Das Unternehmen, das zum Jahresende 2165 Mitarbeiter beschäftigte, plant De Marcus zufolge den Neubau eines Kraftwerkes in Profen. Dies soll entweder komplett von einem anderen Investor oder unter Beteiligung der Mibrag gebaut werden. In jedem Fall werde die Mibrag das neue Kraftwerk, das zwischen 2013 und 2015 ans Netz gehen soll, mit Braunkohle beliefern.

Das Unternehmen liegt seit Jahren im Streit mit Einwohnern der Gemeinde Heuersdorf, die sich vehement und mit rechtlichen Schritten gegen ihre Umsiedlung wegen des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain der Mibrag wehren. Inzwischen sei der Braunkohleproduzent jedoch auf Grund von Gerichtsurteilen rein rechtlich in der Lage, das Dorf umzusiedeln, sagte Krieg. 52 Bewohner seien noch gegen die Umsiedlung, die im nächsten Jahr abgeschlossen sein soll. Mit ihnen soll laut Krieg noch in diesem Jahr ein Kompromiss gefunden werden.

Die Mibrag, die ihren Sitz in Theißen hat, wurde 1994 privatisiert. Seit 2001 halten die amerikanischen Firmengruppen Washington Group International und NRG Energy Inc. jeweils 50 Prozent der Geschäftsanteile.

Von Susann Huster