Bürgerversammlung

Mibrag sucht bei Lützen Braunkohle für neues Kraftwerk

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) sucht südlich von Lützen nach Kohle-Lagerstätten. Bei einer Bürgerversammlung in der Gemeinde Sössen informierten Mibrag-Vertreter über Hintergründe der noch für dieses Jahr geplanten Probebohrungen, die vor allem die Qualität der Kohlevorkommen klären sollen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Lützen (ddp-lsa/sm) - Der Kaufmännische Geschäftsführer der Mibrag, Heiner Krieg, deutete dabei an, dass auch der Neubau eines Kraftwerks am Rand des heutigen Tagebaus Profen möglich sei. Dieses könnte bis 2050 laufen. Grund für die Überlegung sei das Alter der kleineren Mibrag-Kraftwerke in Deuben und Mumsdorf. Die 1938 und 1968 gebauten Anlagen seien spätestens 2015 nicht mehr rentabel. Daneben betreibt die Mibrag das neuere Kraftwerk Schkopau, das vom Tagebau Profen versorgt wird.

Für ein neues Kraftwerk brauche man allerdings über 2030 hinaus Planungssicherheit für ausreichende Kohlevorkommen, sagte Krieg weiter. Die Lagerstätte in Profen sei bis 2010 "ausgekohlt", das Tagebaufeld Pomsen/Großgrimma spätestens bis 2035 erschöpft. "Wir können nicht ausschließen, dass es zu Umsiedlungen kommt", sagte Krieg. Darüber entscheide jedoch nicht die Mibrag, sondern die Politik. Viele Sössener äußerten sich besorgt über die Zukunft ihrer Gemeinde. So wurde beklagt, dass nun jahrelang Unsicherheit bestehen könne und möglicherweise keine Investitionen mehr in die Infrastruktur getätigt würden.

Die Mehrzahl der geplanten 225 Probebohrungen konzentriert sich auf ein Gebiet südlich der A 38 mit den Gemeinden Sössen und Röcken. Hier vermutet die Mibrag zwei übereinander liegende Kohleflöze. Abhängig von den Ergebnissen der Bohrungen soll über die weitere Verfolgung möglicher Abbau-Pläne bis 2008 entschieden werden.