Bilanz

Mibrag schreibt im fünften Jahr in Folge schwarze Zahlen

Die Mibrag erzielte im vergangenen Jahr einen Überschuss von 32,6 Millionen Euro, damit liegt das Bergbauunternehmen in etwa auf dem Niveau des Jahres 2003. Rückläufig war hingegen die Braunkohleförderung wie auch der Umsatz. Die Kohleförderung ging um 1,8 Millionen Tonnen auf 19,7 Millionen zurück.

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Leipzig/Theißen (ddp-lsa/sm) - Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) schreibt im fünften Jahr in Folge schwarze Zahlen. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Überschuss von 32,6 Millionen Euro, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bruce de Marcus, heute in Leipzig sagte. Damit liegt das Bergbauunternehmen in etwa auf dem Niveau des Jahres 2003, damals betrug das Ergebnis 33,1 Millionen Euro.

Rückläufig seien hingegen die Braunkohleförderung wie auch der Umsatz der Mibrag. Die 2140 Beschäftigten setzten im Jahr 2004 etwa 293,6 Millionen Euro um, ein Rückgang zum Vorjahr um knapp zehn Millionen Euro. Die Kohleförderung ging um 1,8 Millionen Tonnen auf 19,7 Millionen zurück, wie der kaufmännische Geschäftsführer Heiner Krieg erklärte. Grund hierfür seien vor allem umfängliche Umbau- und Wartungsarbeiten in den Kraftwerken Lippendorf und Schkopau gewesen, wo der größte Teil der Mibrag-Kohle verstromt wird. In neue Abbaufelder und Technik habe die Mibrag im vergangenen Jahr knapp 61 Millionen Euro investiert, sagte Krieg. An Firmen der Region im Drei-Länder-Eck Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen seien Aufträge im Wert von fast 96 Millionen Euro vergeben worden.

Nach wie vor ist das Heuersdorf-Problem für die Mibrag nicht geklärt. Er setze darauf, dass das vor einem Jahr vom sächsischen Landtag verabschiedete Heuersdorf-Gesetz, das die Abbaggerung des Ortes am Rande des Tagebaus Schleenhain regelt, vor Gericht Bestand haben werde, sagte Marcus. "Wir vertrauen auf die getroffenen politischen Entscheidungen und auf das Rechtssystem, dass es diese Entscheidung mittragen wird", machte er deutlich. Unter der Gemeinde Heuersdorf werden bis zu 50 Millionen Tonnen Braunkohle vermutet, die die Mibrag fördern möchte. Ein erstes Gesetz zur Abbaggerung des ehemals rund 300 Einwohner großen Ortes südlich von Leipzig wurde vor fünf Jahren vom Sächsischen Verfassungsgerichtshof gekippt. Gegen das zweite Gesetz hat das Dorf erneut Klage eingereicht.

In diesem Jahr will die Mibrag mit der Erkundung weiterer Förderfelder beginnen. Im September solle nördlich des bereits bestehenden Tagebaus Profen eine neue Lagerstätte untersucht werden, kündigte Marcus an. Dort würden 80 bis 100 Millionen Tonnen Braunkohle vermutet. Im mecklenburgischen Lübtheen werde die Mibrag in diesem Jahr mit einer zweiten Probebohrung die dortige Lagerstätte genauer erkunden. Zunächst sollen dort Informationen zum Grundwasser gesammelt werden. Über die Qualität und Menge der Braunkohle dort wisse man noch nichts, sagte Marcus.