Veraltete Kraftwerke

Mibrag muss 30 Millionen Euro für CO2-Zertifikate zahlen

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) muss im laufenden Jahr voraussichtlich 30 Millionen Euro für den Zukauf von CO2-Zertifikaten aufbringen. Die beantragte Härtefallregelung sei abgewiesen worden. "Wir sind darüber nicht erfreut", sagte Mibrag-Geschäftsführer Joachim Geisler.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Man habe gegen diese Entscheidung bei der zuständigen Emissionshandelsstelle beim Umweltbundesamt Einspruch eingelegt und hoffe, in Nachverhandlungen diesen Betrag noch senken zu können. Die Mibrag betreibt zurzeit drei veraltete Kraftwerke hauptsächlich zur Eigenversorgung, die rund doppelt so viel Kohlendioxid (CO2) ausstoßen wie moderne Anlagen.

Die Mibrag wies 2007 einen Jahresüberschuss von 39,8 Millionen Euro aus, die CO2-Ausgaben würden dies weitgehend im laufenden Jahr auffressen. Dieses Verfahren sei zudem ungerecht im Vergleich zu anderen Energieunternehmen. "Die Mibrag müsste rund ein Zehntel ihres Umsatzes für CO2-Zertifikate ausgeben", sagte Geisler. Andere Unternehmen der Branche würden weitaus weniger belastet. Im vergangenen Jahr setzte die Mibrag 328 Millionen Euro um, ein Plus von 7 Millionen Euro.

Nach wie vor keine Entscheidung gibt es bei dem geplanten Neubau eines 600-Megawatt-Kraftwerks in Profen, mit dem die Mibrag erstmals in großem Umfang Strom für den Markt produzieren will und das die veralteten drei Kraftwerke ablösen soll. Man sei im Gespräch mit möglichen Investoren, sagte Geisler. Die Investitionen beliefen sich auf 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Bis Anfang nächsten Jahres solle es eine Entscheidung geben, kündigte er an.

Erstmals will sich die Mibrag auch auf dem Feld der erneuerbaren Energien betätigen. Eine Strategie dazu werde momentan in der Geschäftsführung entwickelt, sagte Geisler. Wie genau dies aussehen solle - über Biomasse oder Solar- und Windenergie - sei aber noch unklar.