Arbeitsplätze bedroht

Mibrag-Kumpel demonstrieren für Heuersdorf-Abbaggerung

Etwa 1000 Kumpel der Mibrag haben gestern in Lippendorf für die Abbaggerung der Kohle unter der Ortschaft Heuersdorf demonstriert. Die kleine Gemeinde am Rande des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain wehrt sich seit Jahren erfolgreich gegen ihre Abbaggerung. Laut Mibrag sind deshalb viele Arbeitsplätze bedroht.

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Lippendorf (ddp-lsa/sm) - Mit einem Protestmarsch haben etwa 1000 Bergarbeiter der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (Mibrag) gestern für die Abbaggerung der Kohle unter der Ortschaft Heuersdorf demonstriert. Man werde es nicht stillschweigend hinnehmen, wenn wegen der Klage des Ortes der Tagebau anhalten müsse, erklärte der Betriebsratsvorsitzende der Mibrag, Mario Gierl, auf der anschließenden gemeinsamen Belegschaftsversammlung von Mibrag und Vattenfall. Der skandinavische Konzern betreibt das Kraftwerk Lippendorf, wo der Großteil der Mibrag-Kohle verstromt wird.

Falls die Kohle unter Heuersdorf nicht gefördert werde, seien tausende Arbeitsplätze bedroht, sagte Gierl. Unterstützung erhielten die Kumpel aus der Politik: Sowohl Regierungspräsident Walter Christian Steinbach (CDU) als auch Landrätin Petra Köpping (SPD) unterstützten laut Mibrag die Belegschaft in ihren Forderungen nach einer Umsiedlung der noch verbliebenen rund 140 Einwohner in Heuersdorf.

Die kleine Gemeinde am Rande des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain wehrt sich seit Jahren erfolgreich gegen ihre Abbaggerung durch die Mibrag. Sie favorisiert stattdessen die so genannte enge Umfahrung des Ortes, die von der Mibrag aber unter anderem aus betriebswirtschaftlichen Gründen abgelehnt wird. Gegen das so genannte zweite Heuersdorf-Gesetz, das die Abbaggerung regeln soll, hat die Gemeinde Klage beim Sächsischen Verfassungsgerichtshof eingelegt, wo sie schon einmal erfolgreich war.