Produktivitätssteigerung

Mibrag forscht an kohlendioxidfreien Kraftwerken

Der Kohlekonzern Mibrag hat die Produktivität pro Mitarbeiter gesteigert: 1994 habe ein Beschäftigter rein rechnerisch noch 4,9 Kilotonnen gefördert, heute seien es 10,5. Im selben Zeitraum verringerte sich aber auch die Zahl der Arbeitsplätze von 3700 auf knapp 2000. Zudem soll in Forschung und Entwicklung investiert werden.

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Leipzig (ddp-lsc/sm) - Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) hat ihre Produktionskosten in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Viertel reduziert. Wie Bergbaudirektor Horst Schmidt gestern auf der Umwelt- und Energiemesse "terratec" in Leipzig sagte, stieg im selben Zeitraum auch die Produktivität pro Mitarbeiter stark an.

1994 habe ein Beschäftigter rein rechnerisch noch 4,9 Kilotonnen gefördert, heute seien es 10,5. Im selben Zeitraum verringerte sich aber auch die Zahl der Arbeitsplätze bei der Mibrag: Laut Schmidt sank sie innerhalb von zehn Jahren von 3700 auf rund 2000.

Mibrag-Chef Bruce de Marcus kündigte an, in diesem Jahr erneut mehr als 60 Millionen Euro in das Unternehmen investieren zu wollen. Ein Teil des Geldes solle dabei in Forschung und Entwicklung fließen, vor allem in Kooperationen mit Universitäten. Ziel solle vor allem sein, mittelfristig ein kohlendioxidfreies Kraftwerk bauen zu können. Dies sei zwar momentan noch Vision, realistische Verfahren seien aber bereits erdacht. So sei beispielsweise denkbar, das Kohlendioxid mit Kalzium zu binden und somit festen Abfall zu erzeugen, der deponiert werden könnte und nicht mehr in die Atmosphäre entweichen würde. Weiter fortgeschritten ist laut de Marcus bereits die Idee, das Kohlendioxid in Gestein zu verpressen und dieses dann zu deponieren.

Für den seit Januar geltenden Kohlendioxid-Handel musste die Mibrag nach Worten de Marcus' bisher 100 000 Tonnen zukaufen, um ihre Kraftwerke weiter in bisherigem Umfang betreiben zu können. Der Bau neuer Kraftwerke werde daher intensiv geplant, um die Effizienz der Kohleverstromung zu steigern und so mit weniger Kohlendioxid-Zertifikaten auskommen zu können.