Kraftwerksneubau weiter unklar

Mibrag förderte weniger Braunkohle wegen Windstromeinspeisung

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) bekommt zunehmend den Wandel in der deutschen Energielandschaft zu spüren. 2007 musste das Unternehmen erneut ein Minus bei der Braunkohlenförderung hinnehmen, da immer mehr Windstrom ins Netz eingespeist und daher weniger Kohle verstromt wird.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Theißen (ddp-lsc/sm) - Während die Mibrag diese Entwicklung beklagt, zeigt sich die Öko-Strom-Branche selbstverständlich erfreut. Dass fossile Energieträger zurückgedrängt werden, sei ja der Sinn der deutschen Energiepolitik, sagte der Sprecher des Windenergie-Verbandes, Ralf Bischof.

18,6 Millionen Tonnen Braunkohle hat die Mibrag im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben in ihren beiden Tagebauen in Sachsen und Sachsen-Anhalt gefördert. Das seien 1,2 Millionen Tonnen weniger als 2006, sagte der kaufmännische Geschäftsführer des Unternehmens, Heiner Krieg. Zudem gebe es weiterhin keine Entscheidung zum geplanten Kraftwerksneubau in Profen. Ein Investor sei noch nicht gefunden. Für das Milliarden-Projekt seien die "Rahmenbedingungen nach wie vor unklar", sagte Krieg.

Für das Kraftwerk ist die Mibrag seit Monaten auf der Suche nach einem Investor. Sie will damit ihre drei alten und ineffizienten Kraftwerke, die hauptsächlich Strom für den Eigenbedarf produzieren, ersetzen und auf dem Strommarkt selbst tätig werden. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte der Mibrag im Sommer vergangenen Jahres ein Ultimatum gestellt: Bis September hätte die Mibrag einen Investor finden müssen. Nur in diesem Fall hätte das Unternehmen mit einer Sonderbehandlung bei der Zuteilung von Zertifikaten für CO2-Emissionen rechnen können.

Danach sieht es im Moment jedoch nicht aus. Die Deutsche Emissionshandelsstelle beim Umweltbundesamt erklärte, eine Sonderbehandlung der Mibrag bei der Zuteilung der Zertifikate für 2008 werde es voraussichtlich nicht geben. Bis Ende Februar sollen die Bescheide verschickt werden.