Deutlich

MIBRAG-Betriebsrat: Geduld unserer Mitarbeiter ist am Ende

Mit deutlichen Worten hat der MIBRAG-Betriebsratsvorsitzende Mario Gierl die Entscheidung des OVG Bautzen gegen den Braunkohleplan Vereinigtes Schleenhain kritisiert. Die MIBRAG-Mitarbeiter könnten nicht nachvollziehen, warum das Wohl von nunmehr 160 Einwohnern höher wiegt als der Erhalt von immerhin mehr als 3400 Arbeitsplätzen.

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Jetzt hat sich auch der Betriebsrat des Bergbaukonzerns MIBRAG zum Urteil des OVG Bautzen zum Braunkohlenplan Vereinigtes Schleenhain geäußert. Betriebsratsvorsitzender Mario Gierl erklärte:

"Mit großer Sorge haben wir zur Kenntnis genommen, dass das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen den Braunkohlenplan Vereinigtes Schleenhain wegen Formfehlern für nichtig erklärt hat. Mit Wut, Verzweiflung und Unverständnis haben unsere Kolleginnen und Kollegen auf die Entscheidung des Gerichts reagiert.

Wir haben Verständnis für die Situation der Heuersdorfer. Wir können jedoch nicht nachvollziehen, warum das Wohl von nunmehr 160 Einwohnern höher wiegt als der Erhalt von immerhin mehr als 3400 Arbeitsplätzen, die in unserer wirtschaftlich schwachen Region für viele Familien und Haushalte das Einkommen jetzt und für die kommenden Jahre sichern und für die es auch keinen Ersatz gibt.

Daher erwarten wir von den Vertretern des Sächsischen Landtags, dass mit dem neuen Heuersdorf-Gesetz die notwendigen rechtlichen Grundlagen für den Betrieb des Tagebaues und die Umsiedlung von Heuersdorf wieder hergestellt wird. Wir erwarten eine Entscheidung mit Augenmaß, jenseits populistischer Meinungsfindung und mit dem Bewusstsein, dass Bestand und Fortentwicklung unserer Region nicht ausschließlich über das Wohlbefinden einer Dorfgemeinschaft festgeschrieben werden können."