Strom-News
Kritik an GlaubwürdigkeitBegleitet von Kritik an der deutschen Klimapolitik ist Angela Merkel in die USA gereist. In Washington will sie am Dienstag mit US-Präsident Barack Obama über die Vorbereitung des UN-Weltklimagipfels beraten, der Anfang Dezember in Kopenhagen stattfindet. Die bisherigen Ziele der USA sind wenig ehrgeizig.
Berlin (ddp/red) - Merkel hatte kürzlich eingeräumt, dass es noch nicht sicher sei, dass Kopenhagen ein Erfolg werde. Sie sprach sich daher dafür aus, die verbleibenden Wochen zu nutzen, um gemeinsam mit den USA eine erfolgreiche Konferenz vorzubereiten.
Unterdessen mehrte sich die Kritik an der Haltung der Bundesregierung in Klimafragen: Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif warf Deutschland Unglaubwürdigkeit vor. "Wir Deutschen glauben zwar immer, dass wir Vorreiter sind, aber das wird international ganz anders gesehen", kritisierte Latif und fügte hinzu: "Das eigentliche Problem ist, dass es keine Vorreiter gibt." Merkel fahre mit einer "ziemlich schlechten Position" in die USA. Die Amerikaner würden sich in ihrer Haltung zum Klimaschutz ohnehin nicht beeinflussen lassen, sondern tun, was sie für richtig hielten, sagte Latif.
Ende Juni verständigte sich das US-Repräsentantenhaus darauf, den Kohlendioxidausstoß um 17 Prozent gegenüber 2005 zu senken. Im Vergleich zu 1990, dem Basisjahr für die Verhandlungen, bedeutet dies lediglich eine Senkung von drei bis vier Prozent. Zusätzlich steht die Abstimmung im Senat noch aus. Die EU will 2020 im Vergleich zu 1990 20 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre blasen - und 30 Prozent, wenn andere Industriestaaten mitziehen.
Die Grünen warfen Merkel vor, sie reise mit leeren Händen nach Washington. "Gefühlt ist sie die Klimakanzlerin, in der Realität hat sie den Klimaschutz längst aufgegeben - wie Entscheidungen deutlich zeigen", monierte Grünen-Chef Cem Özdemir und verwies auf die fehlenden Finanzzusagen der Europäischen Union. "Damit werden Argumente geliefert, dass andere vornehm die Hände in den Schoss legen", kritisierte Özdemir.
Die EU hatte sich am Freitag auf ihrem Gipfel in Brüssel grundsätzlich darauf verständigt, den Entwicklungsländern beim Klimaschutz unter die Arme zu greifen. Nach Schätzungen der EU-Kommission könnte dies die internationale Gemeinschaft ab 2020 insgesamt 100 Milliarden Euro pro Jahr kosten. Welchen Anteil davon die EU trägt, ist jedoch noch unklar. Ebenso, wie die Lastenverteilung innerhalb der EU-Staaten konkret aussehen wird. Die EU bekräftigte aber ihre Emissionsreduzierungsziele und rief die UN-Klimakonferenz auf, sich das sogenannte Zwei-Grad-Ziel zu eigen zu machen. Merkel verteidigte die Ergebnisse nach dem Gipfel. Die EU bleibe "Vorreiter" im weltweiten Klimaschutz.
Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel, begrüßte die Absage an konkrete Zahlungen. "Genau das war unsere Forderung", bekräftigte Keitel. Zunächst wolle er sehen, was andere auf den Tisch legten. "Nur wenn die USA dabei sind, kann ein weltweites Klimaabkommen ein Erfolg werden", fügte er hinzu. "Wir als Wirtschaft sagen jedem, der blockiert: Glaubt bloß nicht, dass wir auf unsere Kosten für euch das Klima retten. Klimaschutz kostet viel Geld."
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Klimaforscher sehen dem Klimagipfel von Kopenhagen im Dezember mit großen Erwartungen und begrenztem Optimismus entgegen. Wissenschaftler machten am Samstag in Göttingen auf einem Klimakongress deutlich, dass energische Initiativen gegen die Erderwärmung ergriffen werden müssten, rechnen in Kopenhagen aber nicht mit einem großen Wurf.
Die EU hat auf ihrem Gipfel in Brüssel die Weichen zum Weltklimagipfel in Kopenhagen im Dezember gestellt und sich am Freitag auf eine gemeinsame Verhandlungsstrategie verständigt. Dabei werden unter anderem den Entwicklungsländern langfristig milliardenschwere Hilfen in Aussicht gestellt.
Im Zeichen des Streits um die künftige Klimafinanzierung hat am Donnerstag in Brüssel der EU-Herbstgipfel begonnen. Auf dem zweitägigen Treffen wollen die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsländer ihre Position für den Weltklimagipfel in Kopenhagen im Dezember abstimmen.
US-Präsident Barack Obama hat am Dienstag das bislang umfangreichste Projekt zur Modernisierung des Stromnetzes in den USA vorgestellt. Mit Investitionen von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro soll ein intelligentes Netz gebaut werden. Zudem soll es Strom aus erneuerbaren Energien über weite Entfernungen transportiert werden können.Strompreise vergleichen
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