Petersberger Klimadialog

Merkel verspricht 750 Millionen Euro für Klimaschutz

Für die Klimahilfe hat Angela Merkel bei dem Petersberger Klimadialog 750 Millionen Euro zugesagt. Die Kanzlerin möchte damit ein deutliches Signal setzen und fordert auch von den anderen Staaten, sich auf ehrgeizige Ziele festzulegen. Ab 2020 sollen jährlich rund 100 Milliarden Dollar mobilisiert werden.

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Berlin (dpa/red) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zur weltweiten Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase 750 Millionen Euro für die Klimahilfe zugesagt. "Ich darf für Deutschland sagen, dass wir unsere Verantwortung wahrnehmen", sagte Merkel am Montag beim fünften Petersberger Klimadialog. Mit dem Geld werde Deutschland seinen Beitrag zur Auffüllung eines grünen Klimafonds leisten - nach Klimahilfen von 3,2 Milliarden Euro in den vergangenen Jahren. Sie hoffe, dass weitere Staaten substanzielle Beiträge leisteten.

Zehn Milliarden Dollar für die Erstauffüllung

Vom Jahr 2020 an sollen aus öffentlichen und privaten Mitteln bis zu 100 Milliarden US-Dollar (rund 73,4 Mrd Euro) im Jahr für klimafreundliches Wirtschaften mobilisiert werden - etwa für den Ökoenergie-Ausbau und Gebäudesanierungen zur Einsparung von Energie in Entwicklungsländern. Der Staatsanteil bei der Erstauffüllung des Fonds soll zehn Milliarden Dollar betragen, Deutschland könnte nach Merkels Ankündigung bis zu ein Zehntel davon übernehmen.

Weltklimavertrag ab 2020

Das informelle Treffen von Vertretern aus rund 35 Staaten gilt als wichtiger Impulsgeber für die nächste UN-Klimakonferenz im Dezember in Perus Hauptstadt Lima. Perus Präsident Ollanta Humala mahnte mehr Tempo an. Die Klimaschutzfinanzierung flankiert das Ringen um den bis Ende 2015 in Paris geplanten Weltklimavertrag. Es ist der zweite und womöglich letzte Anlauf nach dem Scheitern beim Gipfel 2009 in Kopenhagen. Der Vertrag mit verbindlichen Minderungszielen für 194 Staaten soll ab 2020 gelten.

Ehrgeizige Ziele notwendig

Die Bundesregierung fordert ehrgeizige Zusagen und macht dies auch zu einem zentralen Thema der G7-Präsidentschaft: "Mit der Natur kann man nicht verhandeln", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). "Das Zögern muss aufhören." Merkel betonte: "Jetzt muss die Welt Farbe bekennen." Eine Kehrtwende sei nötig. "Jede Verzögerung wird zu noch höheren Kosten führen."

Reduzierung der Emissionen

Das Ziel lautet, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Spätestens bis März 2015 müssen dafür alle Staaten ihre Minderungsziele übermitteln. Merkel betonte, es gebe erfreuliche Signale: So wollten die USA bis 2030 die Emissionen bei bestehenden Kohlekraftwerken um 30 Prozent senken im Vergleich zu 2005. Die vorgeschlagenen Beiträge im Rahmen des Weltklimavertrags müssten vergleichbar sein, betonte sie.

Quelle: DPA