Chancen des Binnenmarkts

Merkel unterstützt Bildung europäischer Wirtschaftschampions

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält offenbar nichts von staatlichem Protektionismus: Europa werde die Chancen eines gemeinsamen Binnenmarktes nur nutzen können, wenn die Bildung "nationaler Champions" in den Bereichen der Daseinsvorsorge unterstützt würde, sagte die CDU-Politikerin in Berlin.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt die Bildung "europäischer Champions" auch in Bereichen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse wie dem Energie- und dem Telekommunikationssektor. "Glauben wir an den Binnenmarkt, dann müssen wir uns auch klar für europäische Champions aussprechen", sagte Merkel beim "WDR Europaforum" in Berlin.

Die Europäische Union werde die Chancen des Binnenmarktes nur nutzen können, "wenn wir uns dazu entscheiden, europäische Champions zu bilden in all den Bereichen, die wir auch klassischerweise aus der Daseinsvorsorge kennen - Stromlieferung, Postdienste und so weiter und so fort", sagte Merkel. "Alles andere wird uns in Schwierigkeiten bringen", warnte die Kanzlerin und wandte sich damit indirekt gegen protektionistische Tendenzen wie bei der Übernahme des spanischen Versorgers Endesa durch den deutschen Energiekonzern E.ON.

Die freiheitliche Gestaltung der Marktmechanismen müsse für alle Bereiche gelten, vom Telekommunikationssektor über den Energiesektor bis zu vielen anderen. So müsse die Bildung des Strompreises in Europa "freiheitlicher gestaltet" werden. Derzeit sei etwa das spanische Stromleitungsnetz fast vollständig von der EU entkoppelt.