Kurzer Dienstweg

Merkel spricht mit Zapatero über Endesa-Übernahme

Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute am Rande des EU-Gipfels in Brüssel über die Haltung der spanischen Regierung im Streit um die Übernahme des Energieversorgers Endesa durch den deutschen E.ON-Konzern informiert.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel (ddp.djn/sm) - Zapatero sagte anschließend, er wolle mit der deutschen Regierungschefin im April versuchen, eine Übereinkunft zu dieser politisch umstrittenen Übernahme zu erzielen.

Merkel wollte auch auf nach Nachfrage keine Details mitteilen. Die Entwicklung gehe nicht über das hinaus, was bereits berichtet worden sei, sagte sie nur. Es habe sich lediglich um ein "Informieren" durch Zapatero gehandelt.

Spanien sucht den Einstieg von E.ON bei Endesa zu blockieren und favorisiert stattdessen ein Übernahmeangebot des heimischen Versorgers Gas Natural. Die Regierung in Madrid will dazu ein Gesetz auf den Weg bringen, das der nationalen Energiekommission ein Vetorecht bei Übernahmen aus dem Ausland einräumen soll. Die EU-Kommission sieht darin einen möglichen Verstoß gegen EU-Binnenmarktregeln und will in Kürze ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Spanien einleiten.

Derweil hat E.ON den spanischen Behörden die Unterlagen für ihr Gebot für Endesa übermittelt. E.ON-Sprecher Edward Orlebar sagte am Freitag, die Unterlagen würden nun von der nationalen Energiekommission gepüft. E.ON will für Endesa 29 Milliarden Euro bezahlen und würde mit der Übernahme zum weltgrößten Anbieter von Strom und Gas werden.