Bericht

Merkel soll Gefährlichkeit von Atommüll ignoriert haben

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll in ihrer Zeit als Bundesumweltministerin die Risiken bei der Einlagerung von Atommüll ignoriert haben. Dabei geht es um das Endlager Morsleben. Wissenschaftler, so ein Magazinbericht, sollen ausdrücklich davor gewarnt haben, dort weiterhin Atommüll einzulagern.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Hannover (ddp/red) - Dies berichtet das ARD-Politikmagazin "Kontraste" unter Berufung auf ein Dokument des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) aus dem Jahr 1996.

In diesem warnen Wissenschaftler laut Bericht das damals von Merkel geführte Bundesumweltministerium ausdrücklich vor der unterirdischen Einlagerung von Atommüll und einer daraus resultierenden radioaktiven Verseuchung der regionalen Wasserwerke. Die verseuchte Flüssigkeit könnte dann durch tektonische Bewegungen im Berg nach oben gedrückt werden und das Trinkwasser erreichen, zitiert das Magazin aus dem Papier.

Merkel informierte die Öffentlichkeit laut "Kontraste" damals nicht. Vielmehr habe sie angeordnet, "weiterhin kostengünstig Atommüll aus Westreaktoren ins Endlager Morsleben in Sachsen-Anhalt zu verkippen". Dort herrschen ähnliche Zustände wie in dem einsturzgefährdeten Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel. Die Bundeskanzlerin wollte auf Nachfrage des Magazins zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen.

Mit den Skandalen im Lager Asse wird sich ab Juni ein Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtags beschäftigen. Der designierte Obmann der Grünen, Fraktionschef Stefan Wenzel, kündigte gegenüber "Kontraste" bereits an, dort als Zeugin auch Merkel vorladen zu lassen. "Sie muss sich jetzt ihrer Verantwortung stellen und reinen Wein einschenken. Es muss Schluss sein mit dem Vertuschen", sagte Wenzel.