Badener Biomasseanlage eröffnet

Merkel sieht in erneuerbaren Energien "sicheren Wachstumsmarkt"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat gestern auf dem Gewerbepark des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden ein 16 Millionen Euro teures Biomasse-Heizkraftwerk eingeweiht. Es handelt sich nach Angaben der Stadt Baden-Baden um ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt.

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Rheinmünster (ddp/sm) - Merkel sagte, das Kraftwerk sei "ein Meilenstein innovativer Technologie" und fügte hinzu, die erneuerbaren Energiequellen stellten einen "absolut sicheren Wachstumsmarkt" dar. Dies hätten auch die USA inzwischen erkannt. Merkel sprach sich erneut für einen Energiemix in Deutschland aus, wobei die erneuerbaren Energien von "zukunftsweisender Bedeutung" seien.

Angesprochen auf die Atomkraft, sagte Merkel, sie teile in dem Punkt die Meinung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU). Der hatte zuvor erklärt, die Kernkraft werde noch länger notwendig bleiben, als es manchem Ideologen recht sein könne. Merkel sagte jedoch mit Blick auf den im Berliner Koalitionsvertrag festgeschriebenen Atomausstieg, die Fakten seien heute erst einmal geschaffen.

Das Biomasse-Heizkraftwerk auf dem Gewerbepark des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden nimmt wegen der Art seines "Brennstoffs" bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Die Anlage wird nicht - wie bei Biomasse-Kraftwerken üblich - mit Restholz betrieben, sondern mit Grünschnitt. Pro Stunde werden acht bis zehn Tonnen Pflanzen und Pflanzenbestandteile aus der Land- und Forstwirtschaft sowie aus dem Gartenbau verbrannt, pro Jahr sind es 75 000 Tonnen.

Die Anlage des Betreibers BioTherm Baden GmbH soll etwa 12 000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Zudem wird Fernwärme über den Dampfprozess der Turbine zur Beheizung der Gebäude auf dem Baden-Airpark - dem Gewerbepark am Baden-Airport - erzeugt. Im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk spart das Biokraftwerk pro Jahr nach Betreiberangaben rund 70 000 Tonnen Kohlendioxid ein. Die 16 Millionen Euro teure Anlage wird zudem ohne Stützfeuerung durch Öl oder Gas und damit ausschließlich mittels Grün-, Baum- und Strauchschnitt befeuert.