Unabhängige Energieerzeugung

Merkel plädiert für mehr Energieautonomie

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine weitgehend unabhängige Energieerzeugung in Deutschland ausgesprochen. Mit der Fähigkeit, ihre Energie "im Grundsatz" selbst zu erzeugen, könne die Bundesrepublik resistenter gegen globale Veränderungen werden, sagte Merkel.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp-nrw/sm) - Die Kanzlerin äußerte sich auf einem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Bundesnetzagentur. Vor diesem Hintergrund warnte sie vor der aus ihrer Sicht zunehmenden Kritik an Kohlekraftwerken und plädierte für einen Mix aus verschiedenen Energiequellen. Sie sei "entgeistert" darüber, wie Kohlekraftwerke zum Symbol für Klimafeindlichkeit geworden seien. Dabei werde vergessen, dass Deutschland die modernsten Kraftwerke dieser Art weltweit besitze. Deutschland müsse daher vor allem die Wachstumsnationen China und Indien dazu bringen, Kohlekraftwerke aus deutscher Fertigung zu bestellen.

Mit Blick auf die Aufgaben der Bundesnetzagentur sprach sich Merkel gegen die Gründung einer europäischen Regulierungsbehörde aus. In den wettbewerbsintensiven Sparten Telekommunikation, Elektrizität, Strom, Gas und Eisenbahn - für die die Netzagentur zuständig ist - sei eine dezentrale Regulierung auf Länderebene wirksamer. Die Bundeskanzlerin erteilte auch dem von der EU-Kommission angestrebten "Zwangsverkauf" der Stromnetze eine Absage, mit der Erzeugung und Verteilung von Energie getrennt werden soll. Ein solcher Schritt sei "kein Garant für mehr Wettbewerb", so Merkel.