G8-Gipfel:

Merkel: Klimaschutz nicht von Atomkraft abhängig - Druck von USA

Atomkraftwerke sind nicht der entscheidende Faktor beim Klimaschutz, sagte Bundeskanzlerin Merkel am Rande des G8-Fipfels im japanischen Toyako. Die USA hingegen setzen auf den Neubau von Kernkraftwerken im großen Stil und kritisieren angesichts der hochgesteckten Klimaziele den deutschen Atomausstieg als falsch.

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Toyako (red) - Eine schwierige Situation für die Bundeskanzlerin: Alle anderen sieben Länder der G8 setzen auf Atomenergie, Merkel selbst eigentlich auch, aber ihr Koalitionspartner nicht. Noch dazu setzen die USA Deutschland in Sachen Kernenergie unter Druck.

Der US-Umweltberater Jim Connaughton sagte, wer wirklich etwas gegen den Klimawandel unternehmen wolle, müsse den CO2-Ausstoß senken. Das ginge nur mit neuen Kernkraftwerken, weil diese "gar keine Treibhausgase verursachen", zitiert die Wirtschaftswoche den Berater. "Ein Land, dass die Fähigkeit hat, Atomkraft verantwortlich zu nutzen, hat aus meiner Sicht auch die Pflicht, das zu tun", so Connaughton weiter.

Doch Merkel verteidigte die deutsche Atompolitik. Sie halte die Zukunft der Kernenergie nicht für ausschlaggebend im Kampf gegen den Klimawandel, sagte sie am Rande des G8-Gipfels. Sie sei zwar "bekanntermaßen dagegen, Kernkraftwerke frühzeitig abzuschalten", so Merkel weiter, aber "wir müssen vor allen Dingen neue Wege gehen". Vor allem spricht sie sich dabei für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Enregien sowie einer Verbesserung der Energieeffizienz aus.

Bushs Umweltberater sieht das jedoch anders. Alleine mit Energieeffizienz und Erneuerbaren seien die ehrgeizigen Klimaschutzziele nicht zu erreichen. Wenn man "wirklichen Fortschritt erreichen will", sei die Kernenergie notwendig, zitiert die Welt den US-Politiker.

Die SPD rief Merkel dazu auf, "klar Flagge zu zeigen". Sie könne "selbstbewusst darauf hinweisen", so die Welt weiter, das der Atomausstieg der richtige Weg sei, sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Gerade angesichts terroristischer Bedrohungen sei der Neubau von Atomkraftwerken, den die USA befürworten, äußerst gefährlich.

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