Abhängigkeit

Merkel fordert stärkere Verzahnung von Außen- und Energiepolitik

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für eine stärkere Verzahnung von Außen- und Energiepolitik geworben. Es müsse ins Kalkül gezogen werden, dass die Abhängigkeit der Europäischen Union von Energielieferanten außerhalb der EU weiter zunehmen werde, sagte Merkel in Berlin.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Wenn wir uns anschauen, wer die Partner sind, in denen die Energieressourcen zur Verfügung stehen, dann ist man sehr schnell bei den großen Konfliktherden dieser Erde", führte sie aus.

Der Zusammenhang von Außen- und Umweltpolitik werde vor diesem Hintergrund immer größer, sagte Merkel. Die Außenpolitik werde in Zukunft "ganze Bereiche der Umweltpolitik einbeziehen müssen". Es handele sich dabei um "interessengeleitete Politik im Sinne einer langfristig stabilen Entwicklung".

Merkel sprach sich dafür aus, dass die EU Trendsetter beim Klimaschutz werde. Es gebe eine "moralische Verantwortung, mit unseren technischen Möglichkeiten Wege für die Zukunft aufzuzeigen, die dann im übrigen auch weltweit als Exportschlager eingesetzt werden können". Die Glaubwürdigkeit des Redens der EU werde an ihren eigenen Taten gemessen, mahnte Merkel.

Die Kanzlerin warnte zugleich davor, mit zu rigiden Umweltstandards Europa als Wirtschaftsstandort zu gefährden. Mit Blick auf die umstrittene Chemikalienverordnung sagte sie, wenn sich die EU im freien Welthandel "spezielle Regelungen" gebe, "dann müssen wir aufpassen, dass wir nicht zum Schluss die chemische Industrie in Europa verlieren". Chinesische oder sonstige Importe führten mit Sicherheit nicht zu mehr Umweltschutz.