CO2-Ausstoß reduzieren

Merkel-Berater fordert neue Wege beim Klimaschutz

Der Potsdamer Wissenschaftler und Klimaschutzbeauftragte der Bundesregierung Hans Joachim Schellnhuber spricht sich in der "Zeit" für strenge Klimaschutzvorgaben aus. Die bisherigen Verpflichtungen zur Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase seien "völlig ungeeignet und unterdimensioniert".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Das Kyoto-Abkommen habe auch deshalb nicht zu sinkenden Emissionen geführt, weil es nicht alle Staaten der Welt ratifiziert hätten und sein Ende absehbar sei. Im Zweifel entscheide sich ein Land noch immer eher für Wirtschaftswachstum heute als für die Zukunft der Menschheit. Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Merkel-Berater fordert daher ein "kraftvolles Nachfolgeregime, das drei entscheidende Elemente vereint, nämlich Ökologie, Ökonomie und Soziales".

Mit dem jüngsten Vorschlag, langfristig jedem Menschen die gleiche Menge CO2 zuzugestehen, habe die Bundeskanzlerin "die Tür geöffnet, durch die die Schwellen- und Entwicklungsländer gehen könnten". Industriestaaten wie Deutschland müssten danach ihre Emissionen besonders stark reduzieren. Im Jahr 2050 könnte jeder Mensch jährlich noch zwei Tonnen Treibhausgase ausstoßen, ohne dass die Natur aus dem Gleichgewicht gerate. Dazu müssten die Industriestaaten ihre Emissionen um 85 Prozent gegenüber heutigem Niveau reduzieren.

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