Netzausbau

Merkel: 20 Milliarden Euro jährlich für Ökostrom

Für eine flächendeckende Versorgung mit erneuerbaren Energien muss Deutschland nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel jährlich mehr als 20 Milliarden Euro investieren. "Daran will sich auch der Staat beteiligen. Aber beteiligen werden sich auch die Kernkraftwerksbetreiber", so die Kanzlerin.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Das sagte die CDU-Vorsitzende in ihrer am Samstag veröffentlichten Internet-Botschaft. Die Konzerne stellten dem Staat mehr als 60 Prozent ihres Gewinns zur Verfügung, den sie aus der Laufzeitverlängerung hätten. Merkel verteidigte das Energiekonzept der schwarz-gelben Regierung, von dem wesentliche Teile - unter anderem die Änderung des Atomgesetzes - am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden sollen. Atomenergie und Kohle bezeichnete Merkel erneut als Brückentechnologien.

Viele Parlamentarier wünschen sich Ökostrom

Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2050 80 Prozent des CO2-Ausstoßes einzusparen und 80 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken. Laut einer Umfrage der Umweltschutzorganisation Greenpeace wünschen sich viele Bundestagsabgeordnete jedoch eine hundertprozentige Versorgung bis zu diesem Zeitpunkt. Von 622 Abgeordneten nahmen 397 aus allen Fraktionen daran teil, 283 Parlamentarier sprachen sich demnach sich für eine vollständige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2050 aus. Greenpeace forderte Bundesregierung und Parlament auf, die Laufzeiten der Atomkaftwerke nicht zu verlängern, sondern bis 2015 zu verkürzen und eine vollständige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2050 zu beschließen.

Plädoyer für neue Hochspannungsleitungen

Merkel plädierte für den Bau neuer Stromleitungen. "Eine völlig neue Energieversorgung bedeutet auch Investitionen in neue Infrastruktur, zum Beispiel Hochspannungsleitungen", sagte sie. Windenergie werde vor allem im Norden Deutschlands erzeugt, viele Industrieanlagen seien im Süden. "Das heißt, es entstehen völlig neue Transportnotwendigkeiten für den Strom." Deutschland fehlen bis 2020/2025 laut einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) 3.500 Kilometer Hochspannungsleitungen, unter anderem für den Transport von Ökostrom.