Am Wochenende

Mehrere Verletzte vor Castor-Transport nach Gorleben

Am Wochenende hat es in der Nähe des Zwischenlagers Gorleben zahlreiche Zwischenfälle während des Protestes gegen die neuerlichen Castor-Transporte gegeben. Bei Auseinandersetzungen mit Atomkraftgegnern wurden mehrere Polizisten verletzt, ihr Einsatz wurde jedoch als "überhart" kritisiert.

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Lüneburg (ddp-nrd/sm) - Im Vorfeld des neuerlichen Castor-Transports nach Gorleben sind bei einer Attacke auf Polizisten und bei Protestaktionen am Wochenende mehrere Menschen verletzt worden.

Nach Angaben der Polizei wurden in der Nacht zum Samstag in der Nähe von Harlingen zwei Beamte aus einem Wald heraus mit Steinen beworfen. Eine 22-jährige Polizistin erlitt eine leichte Kopfverletzung, ein 28 Jahre alter Kollege zog sich eine Prellung im Schulterbereich zu. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach den Tätern brachte keinen Erfolg.

Bei Auseinandersetzungen während einer Schülerdemonstration mit 350 Teilnehmern am Freitag in Lüchow waren den Angaben zufolge drei Polizisten verletzt worden. Neben Eiern sei ein Metallfass auf Einsatzkräfte geworfen worden. Ein vor dem Tor zu einer Polizeiunterkunft stehender 27 Jahre alter Beamter wurde laut Polizei am Kopf getroffen. Er sei nicht mehr dienstfähig, hieß es. Zwei weitere Beamte seien leicht verletzt worden. Die Polizei habe die Versammlung aufgrund der gewalttätigen Aktionen aufgelöst.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg kritisierte unterdessen den Polizeieinsatz. Durch überharte Reaktionen der Polizei seien drei Schüler im Alter zwischen 12 und 14 Jahren verletzt worden. Nach Darstellung der Bürgerinitiative haben Polizisten das von Demonstranten über das Einfahrtstor der Polizeiunterkunft gerollte symbolische "Atommüllfass" zurückgeworfen und dabei ihren Kollegen verletzt.

Die beiden Bundesvorsitzenden der Grünen, Claudia Roth und Reinhard Bütikofer, begrüßten und unterstützen in einem Schreiben an mehrere niedersächsische Kreisverbände friedliche Demonstrationen anlässlich des Castor-Transports nach Gorleben. Die Proteste seien eine Demonstration für eine ergebnisoffene Endlagersuche an verschiedenen Standorten in der Bundesrepublik und eine Manifestation für den Ausstieg aus der Atomtechnologie und für eine Wende in der Energiepolitik zugunsten der erneuerbaren Energien.

Die Kampagne X-tausendmal quer bereitet unterdessen entschiedene Proteste auf den letzten Abschnitten der Transportstrecke vor.

Von Sven Moritz