Gehaltsforderungen

Mehrere tausend Vattenfall-Beschäftigte treten in Warnstreik

Im Tarifkonflikt bei Vattenfall Europe sind heute bundesweit mehrere tausend Beschäftigte in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft ver.di hatte zusammen mit der IG BCE und der IG Metall zu vierstündigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - In Berlin machten rund 2000 Menschen bei einer Kundgebung vor der Konzernzentrale ihrem Unmut Luft, teilte ver.di mit. Im Tagebau Nochten in Südbrandenburg nahmen den Angaben zufolge am Morgen rund 500 Vattenfall-Mitarbeiter an dem Ausstand teil. In den Kraftwerken Schwarze Pumpe und Jänschwalde legten 450 Angestellte und Arbeiter die Arbeit zeitweise nieder. Im sächsischen Kraftwerk Boxberg beteiligten sich 200 Beschäftigte an dem Warnstreik. Nach ver.di-Angaben sicherten Notbesetzungen die Strom- und Wärmeversorgung. Alle anderen Unternehmensbereiche würden bestreikt. Mit Einschränkungen wurde vor allem im Kundenservice gerechnet.

An dem Warnstreik beteiligten sich auch Beschäftigte der Vattenfall-Standorte in Norddeutschland. 3500 Mitarbeiter des Energiekonzerns zogen in Hamburg bei einer Demonstration zur Reeperbahn. Betroffen waren unter anderem die Kernkraftwerke Brunsbüttel und Kümmel sowie das Kraftwerk Wedel.

Hintergrund des Warnstreiks ist die Auseinandersetzung um den Konzerntarifvertrag. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten lineare Einkommensverbesserungen in Höhe von acht Prozent. In bislang drei ergebnislosen Verhandlungsrunden boten die Arbeitgeber laut Gewerkschaft lediglich 3,2 Prozent und eine Einmalzahlung von 500 Euro an. IG-Metall-Verhandlungsführer Eckard Scholz nennt dieses Angebot "nicht ausreichend" und der Belegschaft gegenüber gar "unanständig".

Die Tarifkommission hatte die Arbeitgeberseite aufgefordert, bis 4. Februar ein verbessertes Angebot zu unterbreiten. Ansonsten werde einen Tag später darüber beraten, ob die Verhandlungen für gescheitert erklärt und Arbeitskampfmaßnahmen beschossen werden.