Tarifverhandlungen

Mehrere Tausend E.ON-Beschäftigte im Warnstreik

Mehrere Tausend E.ON-Beschäftigte in ganz Deutschland sind heute in Warnstreiks getreten. Allein in Niedersachsen und Bremen legten am Vormittag rund 2500 Beschäftigte ihre Arbeit für drei Stunden nieder, so ein ver.di-Sprecher. Mehr als 2000 Mitarbeiter seien es in Bayern gewesen.

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Hannover/Kiel/München (ddp-bay/ddp.djn/sm) - In Hamburg und Quickborn seien insgesamt weitere rund 800 Beschäftigte des Unternehmens in einen befristeten Warnstreik getreten. Erwartungsgemäß gab es keine Hinweise auf Einschränkungen in der Stromproduktion, wie ein E.ON-Sprecher sagte. Die Gewerkschaften ver.di und IG BCE hatten bereits am Montag erklärt, dass es in der ersten Welle der Warnstreiks nicht zu Kraftwerksabschaltungen kommen soll.

Von dem ganztägigen Ausstand in Bayern waren 30 Standorte in allen Regierungsbezirken betroffen. Die meisten Warnstreik-Beteiligten nahmen an einer Hauptkundgebung vor der Zentrale von E.ON Energie in München teil. «Wir hoffen, dass dieses Zeichen angekommen ist und wir ein neues Angebot erhalten», betonte ein ver.di-Sprecher mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen. Das bisher von E.ON Energie vorgelegte Angebot biete "noch nicht einmal den Inflationsausgleich". Wenn E.ON keine neue Offerte auf den Tisch lege, "werden wir die Maßnahmen wohl verstärken müssen", kündigte der ver.di-Sprecher an.

Die Gewerkschaft fordert eine Anhebung der Vergütungen um 8,5 Prozent, eine Erhöhung der Auszubildenden-Vergütung um mindestens 120 Euro sowie eine Übernahmeregelung für die Lehrlinge. "Bei einer Steigerung des Ergebnisses von über 10 Prozent und der Dividende um 22 Prozent für die Aktionäre, ist ein Angebot mit einem Gesamtvolumen von 1,88 Prozent für die Beschäftigten mehr als ein Hohn", sagte ver.di-Tarifexperte Immo Schlepper.