Strom-News
NorddeutschlandIn mehreren norddeutschen Städten haben Atomkraftgegner am Wochenende für die Stilllegung von Kernkraftwerken und die Aufgabe des Endlagerstandortes Gorleben demonstriert.
Lüneburg/Wolfenbüttel (ddp-nrd/red) - In Lüneburg seilten sich Umweltschützer am Samstag von einem rund 50 Meter hohen Wasserturm ab und spannten Transparente auf. Am Abend versammelten sich Kernkraftgegner zu einer Kundgebung am Lüneburger Bahnhof. In Wolfenbüttel gab es eine Protestkundgebung gegen Atomkraft. Am Atommülllager Asse veranstalteten Initiativen eine Mahnwache.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) beteiligte sich an einem Protestzug in Salzwedel (Sachsen-Anhalt) zu einer Niederlassung des Energieversorgers E.ON. "Atomkraft ist eine gefährliche, nicht beherrschbare Risikotechnologie, im Normalbetrieb erzeugt sie Krebserkrankungen, die Frage der Atommülllagerung ist nicht lösbar", sagte die BI-Vorsitzende Kerstin Rudek. Auch in Göttingen demonstrierten mehrere Bürgerinitiativen gegen E.ON. Das Unternehmen betreibt mehrere Atomkraftwerke.
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RWE-Chef Jürgen Großmann plädiert für eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke. Mit der derzeitigen Laufzeitbegrenzung von 32 Jahren bleibe Deutschland weit hinter den Möglichkeiten zurück, in anderen Ländern seien Laufzeiten von 60 Jahren üblich.
Der neue Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will Zusatzgewinne der Energiekonzerne durch eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken einkassieren. Die Profite aus längeren AKW-Laufzeiten sollen zumindest teilweise in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden.
Bei einer jährlichen Revision von Block I des Atomkraftwerks Neckarwestheim sind drei meldepflichtige Defekte festgestellt worden. Auch aus dem bayerischen AKW Gundremmingen wurde eine technische Panne gemeldet.
Seit der Bundestagswahl formiert sich der Widerstand gegen den umstrittenen Atommeiler Neckarwestheim neu. Der Reaktor sollte nach dem Atomgesetz nächstes Jahr vom Netz gehen, doch unter Schwarz-Gelb ist mit einer Laufzeitverlängerung zu rechnen. Die AKW-Bewegung kämpft, doch dies sieht man in der Gemeinde Neckarwestheim garnicht gern.
Die großen Energiekonzerne rechnen laut einem Bericht des "Spiegel" nicht mit einer schnellen Verlängerung der Laufzeiten ihrer Atomkraftwerke. Selbst wenn ab sofort alle parlamentarischen Möglichkeiten genutzt würden, könne ein entsprechendes Gesetz frühestens kommenden Sommer vorliegen.Strompreise vergleichen
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