Rekordwerte

Mehr Treibhausgase als je zuvor gemessen

Die Menge der Treibhausgase, die 2010 die Luft verschmutzten, ist so hoch wie nie zuvor. Laut einer neuen Studie sind die CO2- und Methanwerte in der Atmosphäre auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Der Report der World Metereological Organization (WMO) besagt zudem, dass die Zunahme immer schneller vonstatten gehe.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Genf (red) - Zwischen 1990 und 2010 ist dem Report der WMO zufolge der klimaerwärmende Effekt der Treibhausgase um 29 Prozent gestiegen. Kohlendioxid sei dabei der größte Übeltäter und für 80 Prozent des Anstiegs verantwortlich.

Mehr CO2 durch Nutzung fossiler Brennstoffe

Der Anteil des vom Menschen verursachten CO2 am Klimaeffekt der Treibhausgase insgesamt liege bei 64 Prozent. Die Zunahme an Kohlendioxid sei besonders der Nutzung fossiler Brennstoffe, der Abholzung der Wälder und Veränderungen in der Landnutzung geschuldet. Vor der Industralisierung sei der Anteil über 10.000 Jahre hinweg nahezu gleich geblieben, seitdem sei er um 39 Prozent angestiegen.

Klimakiller Nummer 2: Methan

18 Prozent der Klimaerwärmung sei dem zweithäufigsten Klimagas, Methan, zuzuschreiben. Seit 1750 sei der Anteil in der Atmosphäe um 158 Prozent gestiegen. Die Gründe hierfür liegen in exzessiver Viehwirtschaft, Reisbanbau und ebenfalls in der Nutzung fossiler Brennstoffe. 60 Prozent des weltweiten Methanausstoßes seien Ergebnis menschlicher Aktivität. Dabei gab es zwischen 1999 und 2006 eine Periode der Stabilität, erst in den letzten Jahren sei es wieder zu einem Anstieg gekommen. Weshalb das so ist, ist noch unklar. Dem Report zufolge forschen Wissenschaftler nach den möglichen Gründen; Kandidaten sind das Abtauen des Dauerfrosts in den nördlichen Polargebieten oder auch erhöhte Emissionen aus tropischen Feuchtgebieten.

N2O schädigt auch die Ozonschicht

Das dritthäufigste Treibhausgas ist Distickstoffmonoxid (N2O) mit einem Anteil von sechs Prozent an der Klimaerwärmung. Hier sei das Vorkommen in der Atmosphäre um 20 Prozent höher als in der vorindustriellen Zeit. N2O wird beispielsweise bei der Verbrennung von Biomasse oder bei der Düngung freigesetzt, hat aber ebenfalls natürliche Quellen wie die Ozeane. Das Gas ist ebenfalls an der Zerstörung der Ozonschicht beteiligt.

Immerhin gibt es bei einigen Halogenkohlenwasserstoffen wie FCKW einen leichten Rückgang zu verzeichnen. Internationale Bemühungen, diese Gase aus Spraydosen und Ähnlichem zu verbannen, zeigen also Wirkung. Problematisch: Andere Gase, die als Ersatz verwendet werden, weil sie die Ozonschicht weniger schädigen, haben wiederum einen starken Treibhauseffekt. Auch die Menge dieser Gase steigt schnell an. Mit diesen neuen Zahlen werden sich wohl auch die Teilnehmer der anstehenden Klimakonferenz in Südafrika auseinandersetzen müssen.