Bewusstsein

Mehr Transparenz: Energie- und Heizkosten sind zweite Miete

"Der Energiesparpass wird das öffentliche Bewusstsein dafür verschärfen, weil damit Energieverbrauchsdaten ausgewiesen werden müssen. Mehr Transparenz kann zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz beitragen", sagte die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner diese Woche in Stuttgart.

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Stuttgart (red) - Dem Energiesparpass müsse allerdings ein objektivierter Energiebedarf zu Grunde gelegt werden, forderte Gönner. "Der Energiebedarf muss anhand festgelegter Kriterien ermittelt werden." Eine Orientierung des Gebäudeenergiesparpasses an früheren Verbrauchswerten wäre dagegen in vielen Fällen wenig aussagekräftig, betonte Gönner. "Der Energieverbrauch ist stark von der Nutzung einer Wohnung abhängig." So mache es einen großen Unterschied, ob eine Wohnung von einem Single oder einer vierköpfigen Familie bewohnt werde.

Vom Gebäudeenergiesparpass sei ein Impuls zur Optimierung des Energieverbrauchs bei Gebäuden zu erwarten, so Gönner weiter. Dabei seien die Energieeinsparpotenziale bei Gebäuden, die 30 Jahre und älter sind, am größten. Durch eine verbesserte Wärmedämmung, eine optimierte Heizungsanlage sowie gut isolierende Fenster könnten etwa 40 bis 50 Prozent der Heizungskosten eingespart werden. Nahezu ein Drittel des jährlichen Gesamtausstoßes des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid von 78 Millionen Tonnen entfiele auf die Bereiche Heizen und Warmwasseraufbereitung in Privathaushalten. Eine höhere Energieeffizienz trage so nicht nur zur Senkung der Mietnebenkosten, sondern auch zum Klimaschutz bei.

Bis zur Einführung des Gebäudeenergiepass werde das Land an der Förderung des EnergieSparChecks festhalten, sicherte Gönner zu. Für die Besitzer von selbstgenutztem Wohneigentum bestehe mit ihm ein kostengünstiges Angebot zur energetischen Bewertung von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie kleinen Mehrfamilienhäusern. Der insgesamt etwa 300 Euro teure EnergieSparCheck koste den Kunden 75 Euro für höchstens zwei Wohnungen.