Zuschüsse

Mehr Geld für klimafreundliche Heizungen

Der Bau einer klimafreundlichen Heizungsanlage wird ab April stärker bezuschusst. Das gilt sowohl für Solaranlagen als auch für Pelletheizungen. Mit den neuen Richtlinien des Marktanreizprogramms soll der Zubau erneuerbarer Energien am Wärmemarkt vorangetrieben werden.

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Berlin (AFP/red) - Für den Bau einer Solaranlage auf dem Dach oder den Einbau einer Pelletheizung im Keller gibt es ab April mehr Geld vom Staat. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) legte am Mittwoch in Berlin die neuen Richtlinien des sogenannten Marktanreizprogramms vor. Gefördert werden unter anderem Solarkollektoranlagen, Einzelmaßnahmen zur Optimierung der Heizungsanlage, kleine Biomasseanlagen oder effizientere Wärmepumpen, die die erneuerbar erzeugte Energie im Haus verteilen.

Zuschüsse für Private, Kommunen und Unternehmen

Der Fördertopf enthält nach Angaben des Wirtschaftsministeriums weiterhin rund 350 Millionen Euro pro Jahr. Das Geld ist für Maßnahmen in bestehenden privaten Gebäuden vorgesehen, bei Neubauten gibt es nur Fördermittel für bestimmte, besonders innovative Anlagen. Zuschüsse beantragen können sowohl Privatleute als auch Unternehmen, Freiberufler, Kommunen und gemeinnützige Organisationen. Die Anträge müssen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingereicht werden.

Mehr Geld für Solaranlagen und Pelletöfen

Die Mindestförderung für Solaranlagen zur Unterstützung der Heizung erhöht sich zum April von 1.500 auf 2.000 Euro. Für den Einbau von Pelletöfen mit Wassertasche gab es bislang mindestens 1.400 Euro, nun sind es mindestens 2.000 Euro. Für Pelletkessel erhöhte sich der Mindestfördersatz von 2.400 Euro auf 3.000 Euro.

"Der Umstieg auf Solarwärme war noch nie so attraktiv", begrüßte Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) die neuen Richtlinien. Der Verband rechnet nun mit einer Modernisierungswelle.

Marktanreizprogramm soll Zubau Erneuerbarer ankurbeln

Mit den verbesserten Fördersätzen will die Regierung den Zubau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt deutlich beschleunigen. Außerdem werde das Programm mehr für den gewerblichen Bereich geöffnet, weil sich die Energiewende im Wärmemarkt noch stärker auch in den Betrieben abspielen müsse, erklärte das Ministerium.

Mit der Reform des Marktanreizprogramms berücksichtige die Regierung einerseits den aktuellen Stand der Technik, andererseits wolle sie aber auch wieder Schwung in die "derzeit verhaltene Marktdynamik" bringen. Der Anteil der erneuerbaren Energien habe sich beim Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte seit 2012 nur noch langsam weiterentwickelt und liege derzeit bei knapp zehn Prozent. Die Novelle des Programms sei nötig, um "das ambitionierte Ziel" von 14 Prozent Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 zu erreichen.

2014 wurden nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums rund 55.800 Vorhaben mit 123,7 Millionen Euro bezuschusst. Nach einer hohen Nachfrage im Jahr 2010 war diese in den Folgejahren auf etwa ein Drittel des Fördertopfes geschrumpft.

Quelle: AFP