Studie

Mehr Energieeffizienz könnte Milliarden einsparen

Der effizientere Einsatz von Energie könnte die Kosten des gesamten Stromsystems in Deutschland senken. Anhand unterschiedlicher Szenarien wurde in einer Studie ermittelt, dass bis 2035 bis zu 20 Milliarden Euro jährlich eingespart werden könnten. Gleichzeitig würde die Kilowattstunde Strom dann nur noch knapp die Hälfte kosten.

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Berlin (dpa/red) - Das deutsche Energie-System könnte nach einer Studie bis 2035 um mehrere Milliarden günstiger gestaltet werden, wenn die Anreize für das Stromsparen verstärkt würden, ermittelte eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte Studie von Prognos und des Instituts für elektrische Anlagen und Energiewirtschaft Aachen. Sie wurde im Auftrag von Agora Energiewende und der European Climate Foundation erstellt. Die 88-seitige Studie analysiert fünf Szenarien und will dazu beitragen, von der reinen Kostendebatte beim Ausbau erneuerbarer Energien wegzukommen.

Weniger Stromtrassen nötig

Eine Reduktion des Stromverbrauchs um zehn bis 35 Prozent gegenüber der geplanten Entwicklung senke die Kosten im Jahr 2035 um zehn bis 20 Milliarden Euro. Die Stromrechnung könnte deutlich reduziert werden, zudem würde sich je nach Effizienzsteigerung der Ausbaubedarf im Höchstspannungsnetz bis 2050 von etwa 8.500 Kilometern auf 1.750 bis 5.000 Kilometer verringern.

Gemessen an heutigen Stromkosten und dem heutigen Verbrauch könne die Kilowattstunde Strom statt 28 Cent mittelfristig nur noch rund 15 Cent kosten - hinzu kämen weniger CO2-Emissionen und das Einsparen von Milliarden für Kohle-, Uran- und Gasimporte.

Erreichen der Ziele bedeutet bereits Einsparungen

Die Energieeffizienz wird gern als "schlafender Riese" der Energiewende bezeichnet. Doch Anstrengungen im Wärmebereich - etwa durch Gebäudesanierungen - und im Strombereich hinken bisher den gesteckten Zielen hinterher. Schon die Umsetzung des Regierungsziels von zehn Prozent weniger Stromverbrauch bis 2020 und 25 Prozent bis 2050 könne zu jährlichen Einsparungen von bis zu rund 20 Milliarden Euro führen, heißt es.

Quelle: DPA