Millionen Betroffene

Mega-Blackout in Indiens Stromnetz (Upd.)

Am frühen Montag waren hunderte Millionen Menschen im Norden Indiens sechs Stunden lang von der Stromversorgung abgeschnitten worden. Das gesamte Netz der Region, in der etwa 28 Prozent der rund 1,2 Milliarden Inder leben, war ausgefallen. Inzwischen steht auch der Grund für den Ausfall fest.

Stromerzeugung© Siegfried Schnepf / Fotolia.com

Neu Delhi (AFP/red) - Insgesamt waren demnach neun Bundesstaaten in Indien betroffen. Als Notmaßnahme seien Stromnetze im Westen und Osten Indiens angezapft worden. Nach ersten Untersuchungen brach das gesamte Netz im Norden zusammen, weil einige Bundesstaaten mehr Strom abriefen als ihnen zugeteilt war. Den Behörden zufolge handelte es sich um den schlimmsten Blackout seit elf Jahren.

Auch Ampeln und Züge ausgefallen

In der Hauptstadt Neu Delhi stand die U-Bahn wegen des Stromausfalls zeitweise vollständig still. Später wurde der Betrieb zu etwa einem Viertel des üblichen Umfangs wieder aufgenommen. Auch der Zugverkehr kam in der Region größtenteils zum Erliegen. In mehreren Städten fielen die Ampelanlagen aus, was zu starken Behinderungen des morgendlichen Berufsverkehrs führte. Zehntausende Städter saßen auch ohne Wasser da, da die Pumpen ebenfalls meist mit Strom arbeiten.

Veraltete Stromversorgung

Die aufstrebende Wirtschaftsmacht hängt bis heute in der Stromerzeugung überwiegend von der Kohle ab, zudem leidet sie unter einem veralteten Leitungssystem. Besonders in den heißen Sommermonaten, in denen der Stromverbrauch deutlich ansteigt, kommt es immer wieder zu Engpässen und kurzen Ausfällen. Ein derart schwerwiegender Blackout wie am Montag liegt allerdings mehr als ein Jahrzehnt zurück: Im Jahr 2001 war der Norden des Landes insgesamt 16 Stunden lang ohne Strom.

Quelle: AFP