Eingriff ins Ökosystem?!

Mecklenburg-Vorpommern: Wasserkraftwerke zwischen Zuspruch und Ablehnung

Die Erzeugung von Energie aus Wasserkraft spielt in Mecklenburg-Vorpommern eine eher untergeordnete Rolle. Gegenwärtig gibt es im Land 22 Anlagen mit einer installierten Leistung von 2,6 Megawatt. Der Anteil an der Gesamtstromerzeugung beträgt damit lediglich 0,15 Prozent, deutschlandweit sind es 0,33 Prozent.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

"Durch die Nutzung der Wasserkraft kann auf klimaschonende Weise Strom erzeugt werden - dies ist der Vorteil von Wasserkraftwerken. Andererseits können diese in Mecklenburg-Vorpommern relativ kleinen Anlagen mit vergleichsweise geringer Leistung beträchtlichen ökologischen Schaden in Natur und Gewässern anrichteten, der kaum reparabel ist. Insofern befinde ich mich als Umweltminister, der sowohl für den Klima- als auch den Natur- und Gewässerschutz zuständig ist, in einer zwiespältigen Situation", sagte Umweltminister Dr. Wolfgang Methling auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in Schildfeld bei Wittenburg.

Er sei kein Gegner von Wasserkraftwerken, bewerte jedoch die Folgen für den ökologischen Zustand der Gewässer sehr kritisch, führte Methling aus. Wasserkraftwerke stellten einen Eingriff in das Ökosystem der Fließgewässer dar, mit vielfältigen negativen Auswirkungen auf die Gewässerstruktur und die Lebensräume im Ökosystem. Oftmals würden diese Bauwerke die Durchgängigkeit des Gewässers für Fische und andere Organismen verhindern, es kann zu Fischverlusten durch Turbinen und zu Schlammablagerungen mit Sauerstoffmangel, Nährstoff- und Methanfreisetzungen kommen.

Die Erzeugung von Energie aus Wasserkraft spielt in Mecklenburg-Vorpommern eine eher untergeordnete Rolle. Gegenwärtig gibt es im Land 22 Anlagen mit einer installierten Leistung von 2,6 Megawatt. Der Anteil an der Gesamtstromerzeugung beträgt damit lediglich 0,15 Prozent, deutschlandweit sind es 0,33 Prozent. "Die Entscheidung über den Ausbau von Wasserkraftanlagen oder über einen Neubau muss deshalb für den Einzelfall unter Berücksichtigung aller Interessen im betreffenden Gewässerabschnitt getroffen werden", sagte Methling abschließend.