Global denken, regional handeln

Mecklenburg-Vorpommern forciert Einsatz von Biomasse

In Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) diskutierten kürzlich Experten und Politiker auf einem Projekttag Biogas und Biodiesel als Erfolgsfaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Räume in Mecklenburg-Vorpommern. In dem regenerativen Energieträger werden neue Chancen für die Landwirtschaft gesehen.

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Malchin (red) - "Global denken, regional handeln! Dieser Aufruf gilt vor allem für den Schutz des Klimas. Klimaänderungen machen nicht an Ländergrenzen halt, zu ihrer Eindämmung bedarf es der internationalen Verständigung. Klimaschutz ist gleichbedeutend mit der Reduzierung klimaschädigender Gase, allen voran dem Kohlendioxid. Während fossile Energieträger wie Kohle oder Erdgas bei der Verbrennung die Atmosphäre zusätzlich belasten, ist die regenerative Energie kohlendioxidneutral. Selbst bei der Verbrennung von Biomasse wird nur soviel Kohlendioxid freigesetzt, wie beim Wachstum der Pflanzen eingelagert wurde", sagte Wolfgang Methling, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, auf dem Projekttag "Biodiesel und Biogas - Erfolgsfaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Räume in Mecklenburg-Vorpommern". Veranstalter waren die Akademie für Nachhaltige Entwicklung M-V (ANE M-V), die Stadt Malchin und die SARIA Bio Industries AG & Co.

Einer der Schwerpunkte des Malchiner Projekttages war die energetische Nutzung von Biomasse. Mit der Herstellung von Biodiesel aus pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten will die SARIA Bio-Industries AG & Co. besondere Perspektiven für Mecklenburg-Vorpommern schaffen. So könne der Anbau von Raps, der Grundstoff für Biodiesel, auf Stillegungsflächen der heimischen Landwirtschaft eine Alternative zur Flächenstillegung und Nahrungsmittelproduktion bieten. Die industrielle Herstellung von Biodiesel am Standort Malchin sei sowohl eine wesentliche Innovation im Bereich der Biokraftstoffe als auch ein wesentlicher Beitrag zur Schließung regionaler Stoff- und Wirtschaftskreisläufe. Umweltminister Methling: "Aufgrund der gestiegenen Preise für konventionelle Kraftstoffe erfreuen sich Biokraftstoffe, aber auch andere alternative Kraftstoffe wie Erdgas oder Flüssiggas, eines großen Interesses."

Zum Abschluss seiner Rede bezeichnete Umweltminister Methling den Klimaschutz als eine komplexe Aufgabe. Sie umfasse neben der Reduzierung aller klimaschädigenden Gase vor allem ein Umdenken und einen Wandel in der Energiepolitik. "Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Baustein ist dabei der Einsatz und der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien. Regenerative Energien können darüber hinaus auch die zunehmende Abhängigkeit von Energieimporten stoppen oder sogar umkehren. Mit ihrem Ausbau werden für die Industrie und die Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns neue Chancen eröffnet und in deren Folge Arbeitsplätze geschaffen", sagte der Umweltminister zum Ende seines Vortrags.