Umstrukturierung

Mecklenburg-Vorpommern enbindet EWN-Flächen von atomrechtlicher Aufsicht

Prof. Dr. Wolfgang Methling, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, hat gestern im Rahmen seines Arbeitsbesuches bei den Energiewerken Nord (EWN) in Lubmin/Greifswald den Bescheid über die Entlassung von Flächen aus der atomrechtlichen Aufsicht überreicht. Nun unterliegen etwa 30 Hektar des EWN-Betriebsgeländes nicht mehr den Vorschriften des Atomgesetzes.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach den Worten des Ministers konnte dieses Ziel erst nach Erfüllung vieler Einzelschritte erreicht werden. Die gesamte Fläche war in drei Kategorien je nach dem Grad der radioaktiven Verunreinigung eingestuft worden, die auf der Betriebsgeschichte beruhte. Galt das Gelände kontaminationsfrei (Kategorie I), mussten Kontrollmessungen durchgeführt werden, um die Kontaminationsfreiheit sicher beweisen zu können. Bestand der Verdacht einer radioaktiven Belastung (Kategorie II), musste in einem aufwändigen Verfahren die betreffende Teilfläche freigemessen werden. Das Gleiche galt für die Kategorie III mit der Einstufung "radioaktiv kontaminiert". Eine Teilfläche konnte nur dann freigegeben werden, wenn nach Beseitigung der Verunreinigung mit radioaktiven Stoffen die jeweiligen Messungen zweifelsfrei bewiesen hatten, dass die sehr niedrig festgesetzten Freigabegrenzwerte in jedem Einzelfall sicher unterschritten worden sind. Selbstverständlich unterlagen die Kontroll- und Freigabemessungen der behördlichen Aufsicht sowie der Begleitung und Beurteilung durch behördlich beauftragte Sachverständige.

Der Umweltminister drückte seine Zufriedenheit darüber aus, dass nach einem sehr aufwändigen, sich über mehrere Jahre erstreckenden Prüfungsverfahren eine große zusammenhängende Fläche aus der atomrechtlichen Aufsicht entlassen werden kann. Minister Methling: "Es war immer mein Bestreben, wegen der damit verbundenen Umwelt- und Sicherheitsrisiken aus der Nutzung der Kernenergie auszusteigen. Mit dem heutigen Feststellungsbescheid über die Entlassung von Flächen aus der atomrechtlichen Aufsicht hat das Land Mecklenburg-Vorpommern einen wesentlichen Beitrag zur Umstrukturierung des (noch) kerntechnischen Standorts Lubmin/Greifswald geleistet."