Wettbewerb fördern

Mecke: Zerschlagung der großen Versorger bringt nichts

Der Deutschland-Chef des holländischen Energieversorgers Nuon, Thomas Mecke, hält die Vorschläge des hessischen Wirtschaftsministers Alois Riehl (CDU) für nicht praktikabel. Stattdessen sollten die Konkurrenz beim Kraftwerksbau belebt werden, so Mecke in einem Interview.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - In einem Gespräch mit dem Internetmagazin "Netzeitung" sagte der Nuon-Chef, die Riehl-Vorschläge würden nur zu langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzunegn führen. Mecke: "Die Uhr läuft dann weiter, und so hilft die Zerschlagung der Konzerne letztlich dem Wettbewerb nicht weiter."

Erfolgversprechender sei eher die SPD-Anregung Wettbewerber beim sowieso anstehenden Neubau von Kraftwerken zu bevorzugen. "Das ist die geradezu natürliche Chance für jeden neuen Anbieter, im Rahmen eines Neubaus anzufangen", so Mecke. Es müüsen jedoch diskriminierungsfreie Zugänge zu den Stromnetzen gewährleistet sein.

Vor der von immer wieder geforderten Abspaltung der Netze sollte Meckes Ansicht nach zunächst die Anreiz- und Kostenregulierung eingeführt und angewendet werden. Nach einer gewissen Zeit ließe sich entscheiden, ob beide Instrumente den Wettbewerb befördern. Anschließend könne man über eine eigentumsrechtliche Entflechtung zu diskutieren. Dies gelte auch für den Wettbewerb im Gasmarkt.

Hier verwies Mecke auf das von Nuon und dem Bundesverband Neuer Enrgieanbieter (bne) angestrengte Missbrauchsverfahren für das einfache Netzzugangsmodell, wie es das Energiewirtschaftsgesetz vorsehe.

Solange Gas nicht wie Elektrizität an der Strombörse in Leipzig gehandelt werde, könne sich außerdem nur schwer ein normaler Gaswettbewerb etablieren. Bis auf Eon Ruhrgas und der BASF-Tochter Wingas gebe es kaum Gas-Lieferanten auf dem deutschen Markt.

Er kritisierte außerdem die Folgenlosigkeit der vom Kanzleramt initiierten so genannten Energiegipfel. So sei zwar auf dem letzten Treffen im Oktober über Energieeffizienz gesprochen worden. "Aber derzeit sehe ich nicht, dass ordentlich daran gearbeitet wird", so Mecke.

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