Zu ehrgeizig

McKinsey-Studie rät zu Kehrtwende in Energiepolitik

Im Vorfeld des Energiegipfels bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rät die Beratungsgesellschaft McKinsey zu Korrekturen am geplanten Atomausstieg. Insgesamt sei eine grundlegende Neuausrichtung der europäischen Energiepolitik notwendig.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - In der Studie heißt es nach Angaben der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe): "Ohne Kehrtwende wird sich in der Stromproduktion die Abhängigkeit der Europäischen Union von russischem Erdgas bis zum Jahr 2020 nahezu verdoppeln." Zudem werde Europa den Wettbewerbsvorteil niedriger Strompreise "spätestens 2014 an die USA verloren haben".

In der Studie werden die energiepolitischen Ziele der wichtigsten Industrienationen und Schwellenländer der Welt bis zum Jahr 2020 analysiert. Ihr Autor Thomas Vahlenkamp warnt: "Bis zum Jahr 2020 wird es nahezu unmöglich sein, eine billige und gleichzeitig sichere und umweltschonendere Stromversorgung für Europa zu gewährleisten." Er fügte hinzu: "Wir werden gezwungen sein, sehr weitgehende Kompromisse zu machen, zum Beispiel beim Atomausstieg."

Der Studie zufolge trägt auch die deutsche Energiepolitik dazu bei, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit Europas gegenüber den USA bis zum Jahr 2020 deutlich verschlechtert. Wenn die Bundesregierung gleichzeitig an den ehrgeizigen Klimaschutzzielen und dem Atomausstieg festhalte, führe dies zwangsläufig zur steigenden Abhängigkeit Europas von russischem Erdgas und zu höheren Strompreisen.

Vahlenkamp riet, die Laufzeit für die Atomkraftwerke zu verlängern und durch Innovationen die Energieeffizienz deutlich zu steigern. Dafür seien jedoch weitaus höhere Investitionen als bisher erforderlich.