Personalie

Materialforscher Weber künftig an ISE-Spitze

Nach 23 Jahren Forschung in den USA, zuletzt als Professor an der University of California in Berkeley, kommt Eicke Weber zurück nach Deutschland. Der 56-jährige Materialforscher hat zum 1. Juli die Leitung des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) übernommen.

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Freiburg (red) - Er tritt die Nachfolge von Prof. Joachim Luther an, der das größte Solarinstitut Europas seit 1993 geleitet hat und nun aus Altersgründen aus der Institutsleitung ausgeschieden ist.

Der Physiker Eicke R. Weber lehrte seit 1983 Materialwissenschaften an der University of California in Berkeley. Er begann dort als Assistent Professor. Seine wissenschaftliche Laufbahn hatte er mit dem Studium der Physik in Köln begonnen, wo er sich in seiner Diplomarbeit mit Versetzungen in Silizium beschäftigte. 1976 promovierte er über "Punktdefekte im plastisch verformten Silizium". Nach Forschungsaufenthalten an der State University of New York, Albany, USA und der Universität Lund, Schweden habilitierte er 1983 in Köln mit einer grundlegenden Arbeit zu Übergangsmetallen in Silizium, die bis heute in der Literatur häufig zitiert wird. Im selben Jahr nahm er einen Ruf an das Department of Materials Science and Engineering der University of California an, wo er im März 2004 zum Chair der interdisziplinären Nanoscale Science and Engineering Graduate Group ernannt wurde.

Weber machte sich weltweit einen Namen als Materialforscher für Defekte in Silizium und III-V-Halbleitern wie Galliumarsenid und Galliumnitrid. Er publizierte mit seiner Arbeitsgruppe mehr als 580 Veröffentlichungen und ist Mitherausgeber der Buchserie "Semiconductors and Semimetals" von Academic Press. "Ich freue mich darauf, an entscheidender Stelle auf die weitere Verbreitung der Solarenergie Einfluss nehmen zu können, besonders da die nächsten zehn Jahre in dieser Hinsicht sehr aufregend sein werden", kommentierte Weber seine Rückkehr nach Deutschland. Gleichzeitig mit der Leitung des Fraunhofer-Instituts übernimmt Eicke Weber den Lehrstuhl für Angewandte Physik, Solarenergie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.