Studie

Massive Kritik am Preis-Leistungsverhältnis von Kraftwerksausrüstern

Eine neue Studie der Frost & Sullivan Unternehmensberatung kommt zu dem Ergebnis, dass mangelnder Service und hohe Preise von technischen Lieferanten die Manager von thermischen Kraftwerken in Europa unzufrieden stimmen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Mangelnder Service und hohe Preise stimmen in Europa die Manager von thermischen Kraftwerken unzufrieden mit ihren Lieferanten von technischen Anlagen. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Frost & Sullivan in einer neuen Analyse.

Nach Aussage der 150 in Tiefeninterviews befragten Manager zeichnet sich in Bezug auf Instandhaltungs-, Reparatur- und Überholungsstrategien bei Kraftwerken, Industriekraftwerken und IPPs (Independent Power Producers) derzeit ein unerfreulicher Trend ab. Immer mehr Lieferanten reduzieren ihren Mitarbeiterstamm und vergeben Aufträge an Drittfirmen. Gleichzeitig durchlaufen die Energieerzeuger selbst eine ganz ähnliche Entwicklung: Die veränderte Marktsituation und der Wandel der Wettbewerbsbedingungen erfordern Kosteneinsparungen und somit eine generelle Reduzierung der Mitarbeiterzahl, wovon auch die Instandhaltung nicht ausgenommen ist. Die allgemeine Folge sind längere Wartezeiten und eine Verschlechterung sowohl in Bezug auf die Qualität der geleisteten Arbeiten als auch auf das technische Fachwissen der Ausführenden. Entsprechend beklagen die Kraftwerksmanager in Schlüsselmärkten den zunehmenden Einsatz von Subunternehmen durch die Erstausrüster (Original Equipment Manufacturers - OEMs). In einigen Fällen sei dadurch das Leistungsniveau erheblich gesunken.

Massive Kritik äußerten die Befragten vor allem an der Preisentwicklung. "Die Kraftwerksmanager halten die OEM-Dienstleistungen für überteuert," so Harald Thaler, der Autor der Frost & Sullivan Analyse. "Vielerorts herrscht das Gefühl, dass die OEMs in bestimmten Dienstleistungsbereichen ihre Monopolstellung ausspielen, um die Preise künstlich hoch zu halten. In letzter Zeit gab es extreme Preissteigerungen in den Anschlussmärkten. Viele der Befragten fühlen sich über die Gründe dafür nicht ausreichend informiert." Die Frost & Sullivan Analyse enthält unter anderem eine ausführliche Bewertung der OEMs nach verschiedenen Kriterien. Aus dieser Perspektive macht die Studie vor allem eines deutlich: Zwar mag sich den Kunden in einigen Bereichen keine Alternative bieten, was die Anbieter betrifft - doch gibt es immer noch ausreichend Potenzial für Wettbewerb. So können die Kunden beispielsweise wichtige Ersatzteile und MRO-Dienste (Maintenance, Repair and Operations) auch über die Konkurrenz beziehen. Daher empfiehlt Frost & Sullivan den OEMs, ihre Strategien zu überdenken und klare Prioritäten zu setzen. Nur so lassen sich im europäischen Anschlussmarkt für Energieerzeugung Wettbewerbsvorteile erzielen.

Titel der Studie: "The European Power Plant End-User Survey" (Report 3961). Preis: 5000 Euro. Weitere Informationen: www.power.frost.com.