Analyse

Marktkonsolidierung: Auch 2006 wird es Mega-Deals geben

Eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hat ergeben, dass es auch in diesem Jahr wieder eine Reihe hochkarätiger Übernahmen in der Gas- und Strombranche geben wird. Treibende Kraft bleiben dabei die gut aufgestellten europäischen Versorger.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt (red) - Für die internationale Strom- und Gasindustrie beginnt eine neue Zeit der Mega-Deals bei Käufen und Verkäufen: 2006 dürfte das vor allem vom Aufstieg überregionaler Versorger und der Konsolidierung in Europa geprägte Rekordjahr 2005 mit einer weiteren Steigerung bei den Transaktionsvolumina und der Höhe der Transaktionen sogar noch übertreffen. Zu diesem Schluss kommt die Analyse "Power Deals - Annual Review 2005" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

"Die Fusions- und Übernahmeaktivitäten der Strom- und Gasindustrie haben den außergewöhnlichen Impuls aus dem Vorjahr aufgenommen, die Eigendynamik wird 2006 noch an Tempo gewinnen", erläuterte Manfred Wiegand, Partner bei PwC und verantwortlich für den Bereich Global Utilities. "Wir erleben jetzt ein neues Zeitalter von Mega-Deals." Ziel der Unternehmen sei ein nicht-organisches Wachstum in einem begrenzten Markt. Seiner Meinung nach liefern die europäischen Versorger den "Brennstoff" für die starke Zunahme der Gesamtaktivitäten: Durch rasche Konsolidierung in der EU wollen sie sich für das Jahr 2007 wappnen, wenn ihre Kunden durch die bevorstehende Liberalisierung der Märkte die freie Wahl unter den Versorgern haben werden.

Die hohen Großhandelspreise für Strom, Gas und Kohlendioxid sind laut Studie weitere Auslöser für Transaktionen, weil sie den Wert der Anlagen für die Erzeugung nach oben drücken und so die Begründung für hohe Transaktionspreise liefern würden. "Wir können in Zukunft mit einer stärkeren Integration von Upstream- und Downstream-Aktivitäten und mit weiteren Schachzügen der Mega-Player rechnen", meint Wiegand daher. "Die Einstellung der Wettbewerbsbehörden wird entscheidend für die Geschwindigkeit der Umsetzung künftiger Transaktionen sein."

Die Anzahl der Transaktionen ist 2005 um 15 Prozent auf 527 (2004: 459) gestiegen. Der Gesamtwert lag bei 196 Milliarden US-Dollar (2004: 123 Milliarden US-Dollar) und war damit nahezu fünf Mal größer als der Wert von 43 Milliarden US-Dollar im Jahr 2003. Wer in das Spitzenfeld der größten Fünf vorstoßen wollte, musste 2005 mindestens zehn Milliarden US-Dollar in die Hand nehmen. Alle fünf Mega-Deals - zusammen 78 Milliarden US-Dollar schwer - waren Konsolidierungsaktivitäten: Die Unternehmen kauften komplementäre Portfolios in Kernmärkten. 2004 durchbrach nur eine Transaktion die Grenze von zehn Milliarden US-Dollar, heißt es u.a. in der Studie.

Auch nordamerikanische Versorgungsunternehmen sorgten 2005 für einen anhaltend hohen Aktivitätsgrad bei Fusionen und Übernahmen. Die Region vereinigt ein Drittel aller Transaktionen weltweit auf sich. Der Gesamtwert der nordamerikanischen M&A-Ziele legte um 5,8 Prozent auf 62 Milliarden US-Dollar zu. Das Gros der Transaktionen wurde im Strombereich abgewickelt. Und auch in der Region Asien-Pazifik sei das M&A-Klima im vergangenen Jahr anhaltend gut gewesen.