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Marburger setzen auf Ökostrom

Alle kommunalen Einrichtungen der mittelhessischen Universitätsstadt Marburg sollen ab 1. Juli mit Ökostrom versorgt werden. Das will das Marburger Stadtparlament mit der Mehrheit der rot-grünen Koalition am Freitag beschließen und damit ein umweltpolitisches Zeichen setzen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Marburg (ddp-hes/sm) - Umweltdezernent Franz Kahle (Grüne) sagte im Vorfeld, man wolle "nicht alternative Energien predigen und dann mit dem schnöden Kostenargument Atomstrom beziehen". Die Stadt hofft, für den umweltfreundlichen Strom nur wenig zuzahlen zu müssen.

Bislang stammt der Strom der Marburger Stadtwerke zu 36 Prozent aus Atomkraft, zu 45 Prozent aus fossilen und zu 19 Prozent aus regenerativen Energiequellen. Aus eigener Produktion kommen nur zwei Prozent der Jahresleistung. Dieser Strom wird durch drei Windräder auf dem Höhenzug in Marburg-Wehrda, ein großes Wasserkraftwerk und die zahlreichen Photovoltaikanlagen erzeugt. Um von den großen Stromkonzernen unabhängiger zu werden, wollen die Stadtwerke ein altes Blockheizkraftwerk wieder eröffnen, das vor fünf Jahren still gelegt worden war.