Auslandsjob

Mappus wechselt aus der Politik zum Pharmakonzern

Stefan Mappus will sein Landtagsmandat niederlegen und zum Darmstädter Pharmakonzern Merck wechseln. Zum 1. September soll der 45-jährige CDU-Politiker eine Führungsfunktion im Ausland übernehmen. Seine Nachfolgerin soll Marianne Engeser werden.

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Stuttgart (dapd/red) - 14 Monate lang war Stefan Mappus Ministerpräsident, bevor die erste Abstimmung über seine Regierung Ende März 2011 die steile Politikkarriere wohl jäh beendet hatte. Mappus hatte mit seinem Rücktritt vom Parteivorsitz im Juli die Verantwortung für die Niederlage der CDU bei der Landtagswahl übernommen.

Musste sich Mappus noch zu Beginn seiner Amtszeit um Wahrnehmung im Land bemühen, kämpfte er am Ende insbesondere gegen mangelnde Beliebtheit: Zunächst wurde er im Sommer 2010 mit voller Wucht von den "Stuttgart 21"-Protesten erfasst, die sich schnell gegen seine Person wandten. Erst nach der Schlichtung wurden die "Mappus Weg"-Rufe weniger.

Unglaubwürdig durch Kehrtwende nach Fukushima

Nachdem sich die CDU als "Baden-Württemberg-Partei" gerade aus dem Umfrageloch hochgearbeitet hatte, sackten die Zustimmungswerte nach den Atomunfällen in Japan erneut ab. Mappus, als Verfechter der AKW-Laufzeitverlängerungen bekannt geworden, reagierte reflexartig und ließ vorsorglich zwei Atommeiler im Land stilllegen. Seine persönliche Kehrtwende dürfte beim Wähler nicht auf großen Glauben gestoßen sein.

Von jeher galt Mappus auf der politischen Bühne als streitbarer Hardliner und erhielt für seine polternden Auftritte diverse Spitznamen wie "Rambo" oder "Mappi-Schnappi, das Krokodil". Weil er meist das letzte Wort behielt, wurde ihm schon zu Schulzeiten eine Karriere als "Ministerpräsident oder Bundeskanzler" vorausgesagt. Dabei wollte der am 4. April 1966 geborene Sohn eines Schuhmachers und einer Arbeiterin im baden-württembergischen Mühlacker ursprünglich Feuerwehrmann werden.

Vom Staatssekretär zum Ministerpräsidenten

Mappus' politische Karriere verlief rasant. 1985 wurde er CDU-Mitglied, 1996 zog er in den Landtag ein. Zwei Jahre später wurde er Staatssekretär im Umweltministerium, dann Umweltminister. 2005 setzte er sich in einer Kampfabstimmung als CDU-Fraktionschef durch. Im Jahr 2007 machte Mappus von sich reden, als er mit anderen jüngeren CDU-Politikern wie Philipp Mißfelder, Markus Söder und Hendrik Wüst ein Grundsatzpapier veröffentlichte, um das wertkonservative Profil der Union zu schärfen. Im Februar 2010 wurde Mappus zum Ministerpräsidenten gewählt.