Vorbild Skandinavien

Manipulationsvorwürfe: bne fordert mehr Transparenz von EEX

Nach Meinung des bne könnte die Leipziger Strombörse EEX die Manipulationsvorwürfe recht zügig entkräften, wenn sie mehr Informationen zum Handel veröffentlichen würde. Darunter die für den Spotmarkt anonymisierte Zusammenstellung der offengebliebenen Volumen pro Preisstellung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Bundesverband Neuer Energieanbieter e. V. (bne) hat die Leipziger Strombörse EEX aufgefordert, mit erweiterten Transparenzvorschriften auf die Manipulationsvorwürfe im aktuellen Strompreisstreit zu reagieren. Mit der Veröffentlichung von nur vier zusätzlichen Informationen könne die Börse die Außenwirkung ihrer Tätigkeiten erheblich verbessern, argumentierte die Vereinigung. Die Marktsituation insgesamt werde sich zum Positiven entwickeln, wenn marktrelevante Informationen wie Netzlasten und Erzeugungskapazitäten allen Marktteilnehmern zeitgleich zur Verfügung gestellt würden, hieß es in Berlin.

Das Vertrauen in die Strombörse würde bereits verstärkt, wenn für den Spotmarkt die anonymisierte Zusammenstellung der offengebliebenen Volumen pro Preisstellung (spot curve) und des Handelsvolumens - insgesamt und das der drei größten Händler - veröffentlicht wird. Für den Terminmarkt fordert der bne, die Bekanntgabe der sogenannten Market Maker, ihrer quotierten Produkte und den mit der Börse vereinbarten Preisspreizungen.

Diese Punkte hätten sich bereits bei anderen europäischen Strombörsen bewährt, erläuterte der bne seine Forderung. Nord Pool, APX und Powernext könnten als Vorbild herangezogen werden, da sie ihre aggregierte Spot Kurven und die auf dem Markt gehandelten Volumen veröffentlichen. Powernext gibt zusätzlich Auskunft über den durchschnittlichen Marktanteil der drei bis fünf aktivsten Marktteilnehmer, bei Nord Pool stünden die Market Maker, ihre Produkte und Vereinbarungen mit der Börse genauso im Internet, wie die aktuellen Netzkapazitäten.

"Was den Transparenzaspekt beim Börsenhandel angeht, hinkt die EEX eindeutig hinterher: Von Skandinavien über Amsterdam nach Paris, überall werden die Börsenteilnehmer mehr in das Geschehen einbezogen, als in Leipzig - und das mit Erfolg: Keine dieser Strombörsen wird auch bei erheblichen Steigerungen des Börsenpreises derart in Frage gestellt, wie derzeit die deutsche. Mir ist vollkommen unverständlich, warum sich EEX nach wie vor sperrt", fasste Robert Busch, Geschäftsführer des bne, die Anmerkungen seines Verbandes zusammen.