Buchvorstellung

Manifest: "Weltmacht Energie"

Wer die Energie hat, hat die Macht. So lautet die zentrale These eines Buches, das der Präsident des Wuppertal-Instituts Peter Hennicke gemeinsam mit dem SPD-Abgeordneten Michael Müller geschrieben hat. In dem detaillierten "Manifest" (O-Ton) geht es um die Entscheidungssituation in der Energiepolitik.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart/Wetzlar (red) - Klimawandel, sinkende Ölvorräte, steigende Energiepreise - die Situation auf den weltweiten Energiemärkten verschärft sich weiter und wird mehr und mehr zu einer Herausforderung für Demokratie und Wohlstand. Welche gewaltige Rolle die Energie mittlerweile in der Weltpolitik spielt, beschreiben Prof. Dr. Peter Hennicke (Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie) und der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Müller in einem "Manifest", das die Dramatik der Entscheidungssituation in der Energiepolitik deutlich machen soll.

Die zentrale These von "Weltmacht Energie", das nach Erstveröffentlichung im Juni 2005 jetzt in zweiter Auflage im Stuttgarter S. Hirzel Verlag erschienen ist, lautet: "Wer die Energie hat, hat die Macht." Die Autoren, beides ausgewiesene Energiespezialisten, geben einen fundierten Einblick in die aktuelle Situation und fordern dazu auf, am momentanen Scheideweg die Weichen in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung zu stellen. Das Vorwort stammt von Klaus Töpfer, dem ehemaligen Umweltminister und jetzigen Direktors des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

Hennicke und Müller gehen dabei - auch für den interessierten Laien - verständlich vor. In vier Teilen identifizieren sie den Scheidweg, an dem sich die internationale Energiepolitik momentan befindet. Im ersten Teil geht es um Energie und Umwelt (Klimawandel und Atomenergie), im zweiten um Energie und Frieden (Kampf um Ressourcen) und im dritten Teil spielen Demokratie und Energie und deren wichtigste Determinanten Öl und Atomkraft die Hauptrolle. Der Schlussteil schließlich weist den Lösungsweg hin zu einer nachhaltigen Zukunft. Dabei setzen die Autoren auf den "sanften" Energiepfad. Deren Grundregeln, die im Buch detailliert beschrieben werden:

  • mit Energie muss so effizient wie möglich umgegangen werden, ihr Einsatz ist so weit es geht zu minimieren,
  • der Anteil erneuerbarer Energien muss schrittweise ausgebaut werden
  • die Nutzung von Atomkraft wird wegen zu hoher Risiken vermieden und
  • fossile Energieträger dürfen nur klimaverträglich genutzt werden, sie sollten nur als Brücke zur Solarenergiewirtschaft dienen.

Dabei beruht das Buch auf gesicherten empirischen Erkenntnissen und wissenschaftlich erarbeiteten Ergebnissen, die den Leser über technische Möglichkeiten, ökologische Chancen und gesellschaftspolitische Voraussetzungen für die proklamierte Energiewende informieren sollen. Es macht dabei die Dimensionen der Energiefrage nachdrücklich deutlich und wird im Anhang komplettiert durch zahlreiche Darstellungen und ein Glossar.

Peter Hennicke & Michael Müller: "Weltmacht Energie - Herausforderung für Demokratie und Wohlstand." Stuttgart: S. Hirzel Verlag 2005. 280 Seiten, 29 Euro. Das Buch kann online beim Verlag bestellt werden.