Energiemix in RLP

Mainzer Kohlekraftwerk wird streng auf Gesundheitsgefahren geprüft

Das Mainzer Kohlekraftwerk soll im Genehmigungsverfahren streng auf Gefahren für Mensch und Umwelt geprüft werden. Es werde nur genehmigt, wenn Gefahren für Gesundheit und Umwelt sicher ausgeschlossen werden könnten, sagte RLP-Umweltministerin Margit Conrad (SPD) im Mainzer Landtag.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Die Behauptung, die Landesregierung gehe über gesundheitsbezogene und ökologische Bedenken hinweg, sei eine Unterstellung. Die CDU hatte dies Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) vorgeworfen, der sich für den Bau des umstrittenen Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue ausgesprochen hatte. Conrad unterstrich auch, dass die Landesregierung die Kohlenutzung für eine Übergangszeit befürworte.

Die Landesregierung sei sich mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) einig, dass die Kohle im Energiemix nicht verzichtbar sei, sagte die Ministerin weiter. Kohlekraftwerke würden auch nach der Einführung der CO2-Zertifikate billiger Strom produzieren als Erdgaskraftwerke. Es gehe auch darum, die Versorgungssicherheit sowie wettbewerbsfähige Preise sicherzustellen und Hochpreisregionen für Strom durch eine Verteilung der Energiestandorte zu verhindern.

Conrad sagte aber auch, Kohleverstromung könne nur eine Übergangsenergie sein, ihre Nutzung müsse deshalb an moderne Kraftwerkstechnologie und die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung geknüpft werden. Ziel sei, im Jahr 2050 mehr als 50 Prozent der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zu bestreiten. Der Rest werde über hocheffiziente Kraftwerkstechnologie auch unter der Nutzung fossiler Energieträger sichergestellt. "Deutschland muss nicht aus der Nutzung fossiler Energieträger aussteigen", sagte Conrad.