Klimawandel

Mainzer Grüne fordern Offensive zur Förderung nachwachsender Rohstoffe

Rheinland-Pfalz als einziges Flächenland sollte mehr für die Förderung nachwachsender Rohstoffe zur Energieerzeugung tun. Das forderten die Grünen heute im Mainzer Landtag. Zugleich sprachen sie sich für eine Bündelung der Kompetenzen für den Umweltbereich im Umweltministerium aus.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Die Grünen fordern eine Offensive zur Förderung nachwachsender Rohstoffe in Rheinland-Pfalz. Angesichts der zunehmenden Gefahren durch den Klimawandel sowie der ständig steigenden Energiepreise müssten Alternativen zu Öl und Gas gefunden und weiterentwickelt werden, sagte Grünen-Fraktionschefin Ise Thomas am Freitag in Mainz.

Gerade Rheinland-Pfalz mit seinem hohen Anteil an Wald und Agrarflächen biete ein großes Potenzial zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe, die dann zur Herstellung von Strom und Treibstoffen, zur Wärmegewinnung oder als Rohstoffe in der chemischen Industrie genutzt werden könnten. Bislang werde dieses Potenzial aber nicht konsequent genutzt, kritisierte Thomas. Das liege daran, dass Rheinland-Pfalz als einziges Flächenland keine Förderprogramm in diesem Bereich habe, sondern nur einzelne Modellvorhaben unterstütze. Ein weiterer Grund sei die zersplitterte Zuständigkeit zwischen den Ministerien für Umwelt und für Wirtschaft.

Grünen-Umweltexperte Bernhard Braun ergänzte, einer Studie zufolge könne allein bei der Biomasse das genutzte Potenzial etwa für Heizung, Strom und Biodiesel innerhalb von zwei Jahren verdoppelt werden. Die Grünen fordern deshalb ein Gesamtkonzept der Landesregierung zur Erzeugung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Dazu gehöre auch eine Erfassung sämtlicher möglicher Anbauflächen sowie der in Frage kommenden Nutzpflanzen und ihrer möglichen Verwendungsarten.

Außerdem sollten die Kompetenzen für den gesamten Bereich im Umweltministerium gebündelt werden. Bislang sei dort nur die Planung angesiedelt, die konkrete Förderung aber im Wirtschaftsministerium. Daneben müsse eine eigenständige Energieagentur aufgebaut werden, die als Ansprechpartner für Kreise und Kommunen dienen könne. Gerade dort fehle es an Beratung. Die noch vom früheren Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gegründete Energieoffensive Rheinland-Pfalz sei "kaum mehr als ein Feigenblatt".