Überlegungen

Magazin: Versorger sollen nach EU-Willen ihre Stromnetze verkaufen

Die europäischen Energieversorger sollen sich angeblich nach dem Willen der EU von ihren Netzen trennen. Das gehe aus einem 25-seitigen internen Kommissionspapier von Anfang Dezember hervor, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Donnerstag.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - In dem Dokument seien die Grundzüge einer neuen europäischen Energiepolitik aufgezeichnet, die Kommissionspräsident José Manuel Barroso am 10. Januar in Brüssel vorstellen wolle.

Neben dem Verkauf der Stromnetze sieht das Konzept laut Magazin weitere einschneidende Maßnahmen in den europäischen Energiemärkten vor. Um dem schleppenden Wettbewerb zum Durchbruch zu verhelfen, wolle die Kommission millionenschwere Investitionsprogramme zum Ausbau grenzüberschreitender Strom- und Gasnetze anschieben. Außerdem solle eine mit weit reichenden Kompetenzen ausgestattete Regulierungsbehörde über die Einhaltung der Spielregeln wachen und nationale Alleingänge auf den Energiemärkten verhindern.

Das neue EU-Energiekonzept sehe auch weit reichende Veränderungen beim Klimaschutz vor. So plane die Kommission den CO2-Ausstoß auf der Basis des Jahres 1990 bis 2035 um 35 Prozent zu senken. Bis zum Jahr 2050 soll sogar eine Reduktion von 50 Prozent erreicht werden, indem erneuerbare Energien stärker genutzt werden. Zwar soll laut "Spiegel" das Programm im März nächsten Jahres verabschiedet werden, jedoch sei dies wegen Widerstands seitens einiger Mitgliedstaaten und der betroffenen Industrie offen.