Noch einmal überdenken

Magazin: SPD diskutiert über Atomausstieg

In der SPD regen sich Presseinformationen zufolge kurz vor dem Energiegipfel am 3. Juli in Berlin verstärkt Stimmen, die den Atomausstieg vor dem Hintergrund der angestrebten und auf EU-Ebene vereinbarten CO2-Reduzierung noch einmal überdenken wollen, berichtete das Magazin "Wirtschaftswoche" am Samstag vorab.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Der "Wirtschaftswoche" zufolge haben unter anderem der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, kritisch zur Linie der SPD zur Atomenergie Stellung bezogen.

So sagte Clement laut dem Bericht: "Der Atomausstieg war falsch." Wiefelspütz äußerte die Meinung, zur Atomenergie sei "noch nicht das letzte Wort gesprochen". Diese Auffassung wird auch von den drei Szenarien genährt, die die Arbeitsgruppe "Nationale Aspekte" im Auftrag der Bundesregierung für den Energiegipfel vorbereitet hat, wie das Blatt schreibt.

So gingen bei einer Verlängerung der Atomlaufzeiten um 20 Jahre die CO2-Emissionen am stärksten zurück, bis 2020 um 44,6 Prozent gegenüber 1990. Der Privatnutzer zahle bei diesem Szenario zehn Prozent weniger für seinen Strom als im Alternativszenario mit einem stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien, das jährlich rund 5,2 Milliarden Euro mehr kostet, rechnete die Arbeitsgruppe vor.